27.10.2001 – Vitaminepillen Labelparty u.a. mit Wohlstandskinder, Skin of Tears – Krefeld KuFa

vitaminepillen-records-logoAuch in diesem Jahr sollte die Labelparty von Vitaminepillen Records in der Krefelder Kulturfabrik stattfinden. Neun Bands für knapp 20 DM sind ja doch durchaus ne Investition wert und so machten wir uns gegen drei Uhr auf. Der Weg zur KuFa stellt einen ja nicht wirklich vor Probleme und so waren wir nach etwas über ner Stunde auch schon da. Dass das Durchschnittsalter nicht wirklich hoch sein würde, war zu erwarten, jedoch hat mich die große Anzahl an Kinder-Punks schon etwas überrascht. Viele vielleicht erst 15-jährige, insgesamt lag der Durchschnitt so bei 17-18. Die Kids hatten sichtlich ihren Spaß am Büchsenbiervernichten, inklusive Bierdusche noch vor der ersten Band. Für einen hohen Unterhaltungsfaktor war also gesorgt.

So gegen sechs begann dann MOHNOTON, als erste Band den musikalischen Teil des Abends einzuläuten. Der Sound in der großen Halle der KuFa war zu diesem Zeitpunkt alles andere als ertragbar und so verzogen wir uns nach einer kurzen Hörprobe wieder in die Kneipe. Dies sollte auch bei den folgenden CREETINS so bleiben. Hörten sich zumindest interessanter an als MOHNOTON, aber auch das wollten wir uns noch nicht so recht geben. Zu den D-SAILORS machten wir uns aber dann mal langsam auf. Die Halle füllte sich so langsam und ich war grade auf die neuen Stücke der Jungs gespannt. Das knapp 30-minütige Set war dann auch recht kurzweilig, hauptsächlich bestand es aus den Stücken des „Mind Dressing”-Albums und ein paar neuen Nummern. Der Sound war auch besser als bei den Vorbands, insgesamt also ein gelungener Auftritt.

Die NITROMINDS konnten einen dann allerdings nicht so ganz vom Hocker reißen. Irgendwie waren sie mit ihrem recht einfallslosen Geknüppel eher nervig. Hab mal kurz in die Split mit den D-SAILORS reingehört und hatte da nicht wirklich eine andere Meinung. Gefreut hab ich mich auf SKIN OF TEARS, obwohl ich sie schon besser als an diesem Abend gesehen habe. Die Auswahl der Songs war schon O.K. und auch der Sound war schon klarer als davor, jedoch hätte das Ganze etwas druckvoller ausfallen können. Fand sie als Support der TERRORGRUPPE im Stahlwerk deutlich überzeugender. Insgesamt aber im grünen Bereich, denn vornehmlich wurden Lieder des starken Albums „Out of Line” gespielt.

Die BAMBIX hatte ich bisher noch nicht live gesehen und kenn auch auf Platte nur wenige Lieder. Doch gefielen sie mir bis dahin eigentlich am besten. Ihr mit weiblicher Stimme vorgetragener Punk-Rock erinnert an TILT und hat nicht nur mir gefallen, denn die Leute vorne feierten die Holländer ganz gut ab und auch die Diver-Rate erhöhte sich merklich. Wobei das nicht viel mit springen zu tun hatte, sondern eher mit fallen lassen. Die Mädels und der Jung haben aber auf jeden Fall Spaß gemacht. Auf die WOHLSTANDSKINDER hatte ich eigentlich am meisten Bock, wurde dann aber ein wenig enttäuscht. Dass die Herren ja bis zum Erbrechen posen ist ja O.K., denn das machen sie ja auch gut und äußerst unterhaltsam. Allerdings schien unverständlich, warum sie einen Aufpasser auf der Bühne stehen hatten, der einen auf dicken Maxe machte und die Kids vom Diven abhielt so gut es ging.

Das wirkte irgendwie etwas albern, denn bei allen anderen vorangegangen Bands war es O.K., wenn Leute auf der Bühne waren. Musikalisch hingegen gab es nichts auszusetzen, die üblichen Hits („Grau unserer Zeit”, „Der Staat ist nett”, „Wir sehn uns in Las Vegas wieder”, „Wie ein Stern”) und die üblichen witzigen Ansagen machten den Auftritt doch recht unterhaltsam. Wenn nur der Rest nicht gewesen wäre. Hätte eigentlich erwartet, das die WOHLSTANDSKINDER auch zum Schluß spielten, denn dort ging im Publikum auf jeden Fall am meisten. Kommen sollten nur noch die mir völlig unbekannten PSYCHO GAMBOLA und TAGTRAUM. Diese beiden Kapellen haben wir uns aber nicht mehr angeschaut und stattdessen mal so langsam den Heimweg angetreten. Insgesamt war es ganz lustig, allerdings hätte man jetzt auch nicht unbedingt die Veranstaltung des Jahres verpasst.

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