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27.02.2026 - Satanic Surfers / Skin of Tears - Essen, Turock

02. März 2026· von Thomas
27.02.2026 - Satanic Surfers / Skin of Tears - Essen, Turock

Die SATANIC SURFERS sind eine jener Bands, die live immer zünden. Und das selbst, wenn eine Show aus Krankheitsgründen im Vorfeld fast hätte abgesagt werden müssen. Denn Sänger/Schlagzeuger Rodrigo plagte ein grippaler Infekt, den er besser im Bett auskuriert hätte. Stattdessen saß er abends im rappelvollen Turock in Essen hinter seinem Drum-Set und mühte sich nach verbliebenen Kräften darum, der Doppelfunktion im Gefüge des Punk-Klassikers gerecht zu werden. 

Vor den Schweden gab es mal wieder SKIN OF TEARS zu erleben. Das Trio aus Wermelskirchen ist im europäischen Punk-Zirkus eine oft unterschätzte Konstante mit zünftigem Hit-Repertoire. Das zeigte sich auch in den rund 40 Minuten ihres Vorprogramms, während dem auch mal Ska-influenzierte Nummern wie „Way Down Inside“, „Change“, „Joking Apart“, „Relentless“, „Up the Cups“, „New Horizon“, „(Happy Birthday) Peter Pan“ oder „Wild World“ geschmettert wurden. Die Stimmung war schon beim routinierten Auftakt phasenweise ausgelassen. So konnte es fraglos weitergehen.

Ging es mit dem Headliner auch – zumindest bis deutlich wurde, dass die längeren Pausen zwischen den dargebotenen Songs der SATANIC SURFERS auf Rodrigos Gesundheitszustand zurückzuführen waren. Mit Eisbeutel im Nacken und sichtbarem Ringen nach Luft versuchte er immer wieder, genug Energie zu finden, um den nächsten Track anzustimmen. Die Aufopferungsbereitschaft in Ehren, aber nicht wenige Zuschauer*innen bekundeten volles Verständnis für ein vorzeitiges Ende der Show.

Aber Rodrigo hielt erstaunlich lange durch, knüppelte und sang sich durch neue (u. a. „The Usurper“, „Madhouse“ und das gemessen an seinem Zustand programmatische „Catch My Breath“) und alte („Egocentric“) Knaller, die vom Pulk erwartungsgemäß heftig abgefeiert – und mitgegrölt – wurden. Wie gehabt wurde das Referenz-Album „Hero of Our Time“ (1995) am stärksten bedacht, aber auch von „Going Nowhere Fast“ (1999) wurden mit „Worn Out Words“ und „Wishing You Were Here“ willkommene Hits geschmettert. Nach rund einer Stunde zogen die SATANIC SURFERS aber dann doch den Stecker, um ihrem Sänger die dringend benötigte Ruhe zu ermöglichen.  

Das jedoch nicht, ohne zum Abschluss „Head Under Water“ zu spielen, wohl wissend, dass Rodrigo beim textsicheren Pulk zum Abschluss ohnehin die stimmliche Leistung zurückfahren konnte. Der bewegungsfreudige Fan-Auflauf schien jedenfalls beseelt. Damit boten die Hardcore-Punks auch diesmal einen hochkarätigen Live-Auftritt. Da auf Shows wie diesen aber meist noch gegenseitige Rücksichtnahme proklamiert wird, darf das ruhig auch für gesundheitlich gebeutelte Band-Mitglieder gelten!