24: Redemption (USA 2008)

24-redemptionSeit Jahren brodelt die Gerüchteküche um einen möglichen Kinoableger der Erfolgsserie „24“. Die Fankreise beschäftigende Frage ist dabei, ob das Echtzeit-Konzept der wegweisenden TV-Reihe auch außerhalb der Mattscheibe funktioniert. Für Furore allerdings sorgt das seit 2001 produzierte Thriller-Format längst nicht mehr. Staffel 6, mittlerweile auch im deutschen Kabel-Fernsehen ausgestrahlt, entwickelte sich zum Flop. Zu abwegig erschienen die zehrenden Nebenhandlungen, zu viele Ideen schlicht von vorangegangenen Seasons aufgegriffen.

Eine siebte Staffel wurde dennoch in Auftrag gegeben, deren Vorbereitungen sich durch den Autorenstreik in Hollywood jedoch verzögerten. Die Lösung brachte ein Übergang in Spielfilmlänge. Durch ihn konnte die Tauglichkeit des Stoffes in zeitlich eingeschränkter Form erprobt und zugleich Lust auf die nächste Tagesschicht des nimmermüden, -durstigen oder -verwüstlichen Spezialagenten Jack Bauer (Kiefer Sutherland, „The Sentinel“) geschürt werden. Unter der Leitung von Jon Cassar, als Produzent und Regisseur seit Jahren feste Instanz beim Fortbestand der Serie, bekommt die Hauptfigur einen Tapetenwechsel in Afrika verordnet.

Im fiktiven demokratischen Staat Sangala entzieht sich der Anti-Terror-Vorkämpfer einige Jahre nach den Ereignissen des letzten Einsatzes dem Zugriff der US-Staatsgewalt. Bei seinem einstigen Weggefährten Benton (Robert Carlyle, „28 Weeks Later“), der eine englische Schule für Waisenkinder betreibt, hat er Zuflucht gefunden. Durch einen Regierungsbeamten aufgescheucht, zieht es Bauer fort, der vor seinem Aufbruch jedoch in die Revolutionspläne des Militaristen Juma („Candyman“ Tony Todd) verstrickt wird. Der lässt zur Unterstützung seiner Truppen Kinder entführen und unter Drogeneinfluss zu willigen Kämpfern formen.

Als Brückenschlag zwischen den Staffeln funktioniert „24: Redemption“ standesgemäß. Die Inszenierung entspricht in Optik und Narration der bewährten Gangart der Serie. Wiederum in Echtzeit deckt die Handlung zwei Stunden ab, in denen zwischen Afrika und Amerika, wo der scheidende Präsident Daniels (Powers Boothe, „Deadwood“) die erste weibliche Amtsinhaberin Allison Taylor (Cherry Jones, „The Village“) begrüßt, korrespondiert wird. Taylors Sohn Roger (Eric Lively, „The Breed“) erhält von einem Freund unterdessen Informationen über dubiose Geldgeschäfte, in die der so ranghohe wie unscheinbare Hodges (Jon Voight, „Transformers“) verstrickt ist und die Jumas Putsch nachhaltig unterstützen.

Der Appetizer auf die kommende Bedrohung des nationalen Friedens in Amerika verfehlt seine Wirkung nicht. Nach der enttäuschenden sechsten Season wirkt diese Variierung des Schauplatzes geradewegs erfrischend, wobei Bauer mit gewohnter Präzision und unter Zurückschaltung jedweder Logik Leichen produziert und unter einigen Umwegen doch noch in US-Gewahrsam gelangt. Der recht dünne Plot in Afrika entspricht somit einem (relativ) folgenlosen Ausflug, dem die vermutlich weit wichtigeren Verstrickungen und personellen Einführungen in den Staaten gegenüber stehen. Für Fans ist diese routinierte, in der DVD-Fassung noch etwas ausführlichere Erweiterung, damit eine sichere Bank. Mehr aber auch nicht.

Wertung: (6 / 10)

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