24.06.2015 – Lagwagon / Strung Out / Authority Zero – Düsseldorf Zakk

lagwagon-tour-2015Zum Abschluss ihres Deutschland-Besuches beehrten LAGWAGON die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt. Mit im Gepäck hatte das Fat Wreck-Urgestein STRUNG OUT – ebenfalls Fat Wreck-Veteranen par Excellence – sowie AUTHORITY ZERO. Insgesamt kann das Gesamtpaket nur das Prädikat „großartig“ verdienen. Die Erwartungen an diesem Abend wurden jedoch nicht immer erfüllt. Doch der Reihe nach.

Auffällig war zuerst einmal der Altersdurchschnitt. Man selbst gehört mit (fast) vierzig Jahren sicherlich nicht mehr zur jungen Garde. Am heutigen Abend befand man sich allerdings in guter Gesellschaft. Das zeigt aber auch, dass der Nachwuchs nicht so recht nachstoßen will. Zumindest, wenn es um melodischen Punkrock geht. Eine Tendenz, die man schon seit ein paar Jahren beobachten kann.

AUTHORITY ZERO begannen früh, um Viertel vor acht und waren bereits mit Ende der Tagesschau von der Bühne verschwunden. Dazwischen gab es ein buntes Potpourri ihres Schaffens, bestehend aus ein paar schnelleren Nummern und relaxteren Ska-Songs. Die Halle war bereits annehmbar gefüllt, einige Bandshirts der Protagonisten – welche nicht direkt am Merchstand erstanden wurden – waren ebenso zu sehen. Stimmungstechnisch war das Zakk bereits jetzt auf der Höhe und auch die Band spulte ihr Programm zu früher Stunde nicht einfach nur lieblos herunter. Auch wenn etliche Circle Pit-Forderungen seitens der Band (natürlich) eher verpufften. Mit Songs wie dem unverzichtbaren „Revolution“ bzw. dem gemütlichen „Struggle“ ein definitiv kurzweiliger Auftritt.

Wie die Feuerwehr legten nach einer kurzen Umbaupause die gealterten STRUNG OUT mit dem Kracher „Too Close to See“ los. Ihr Alter sah man jedoch lediglich in den Gesichtern oder anhand der ein oder anderen Bauchrundung. Denn in Punkto Bewegungsdrang, Präsenz und Energie erinnerten die Herren um Sänger Jason Cruz an die guten 90er Jahre. Dieser intonierte alte Gassenhauer wie „In Harms Way“ oder „Firecracker“ gewohnt charismatisch. Die Songauswahl war gut, wobei natürlich einige persönliche Favoriten fehlten, was aber aufgrund ihrer vielen Alben und Hits in der knappen Zeit kaum verwunderte. Zwischen jenen zeitlosen Klassikern der Anfangszeit wurden auch „Nowwheresville“ oder „Rebellion of the Snakes“ vom 2015er Output gespielt. Zudem erinnerten sie mit dem NO USE FOR A NAME-Cover „Soulmate“ an den 2012 verstorbenen Tony Sly. Ein rundum gelungener, wenn nicht gar begeisternder Auftritt.

Die Messlatte für LAGWAGON lag demnach hoch und wurde – leider nur – am Anfang und Ende erreicht bzw. vielleicht sogar übersprungen. Nach dem „A-Team”-Theme als Einlaufmusik gab es mit „Falling Apart“, „After You My Friend“ oder „Violins“ gleich zu Beginn ein paar alte Hits zu hören, was die gut gefüllte Halle gleich in Ektase brachte. Dann aber verflachte der Auftritt überaschenderweise etwas. Von den neueren Songs wurden bessere ausgelassen („Reign“, „One More Song“) , stattdessen verirrten sich mit „Western Settlements“ oder „Made of Broken Parts“ eher Songs auf die Setlist, die die Party etwas zügelten. Zum Ende hin gab es mit „Alien 8“ (eingangs vom gesamten Publikum alleine gesungen), „Razor Burn“ oder „May 16“ nochmals ältere Hits am Fließband, was der Stimmung wieder deutlich Auftrieb gab.

Gewiss hat man LAGWAGON schon besser, enthusiastischer gesehen (was vielleicht auch an einem angeschlagenen Joey Cape gelegen haben kann). Dennoch war es ein mehr als netter Abend, den STRUNG OUT mit ihrer unbändigen Energie und Spielfreude knapp für sich entschieden. Der Nostalgiefaktor heute war hoch und unzufriedene Gesichter sah man im Anschluß kaum. Was will man für einen Mittwoch mehr erwarten?!

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