22.09.2002 – Satanic Surfers / Belvedere – Düsseldorf Benrather Hof

satanic-surfers-bandDie SATANIC SURFERS scheinen Deutschland zu mögen. Anders kann man wohl nicht erklären, dass die Band hier schon wieder auf Tour ist. Erst im April waren sie zuletzt hier. Der Tag der Wahl war recht trostlos, zumindest vom Wetter her. Wie man es von Düsseldorf nicht anders gewohnt ist, hielt sich das Interesse am heutigen Abend in Grenzen. Insgesamt werden es vielleicht so an die 120-130 Leute gewesen sein. Die Stimmung hielt sich dann auch in Grenzen, kennt man auch nicht anders. Schade eigentlich, denn mittlerweile steigen ja doch eine Menge anständiger Konzerte in der Landeshauptstadt.

Wir waren zu fünft und alle nicht unbedingt fit, was die verschiedensten Gründe hatte und auch ich muss zugeben, dass ein warmes Bett durchaus seinen Reiz hatte. Um Viertel nach neun aber dann begannen die Kanadier von BELVEDERE. Vier Jungspunde, die eine ordentliche Show ablieferten. Viel Bewegung auf der Bühne und fast keine davor, so kennt man es. Die Band ließ sich aber nicht abschrecken und legte gut los. Musikalisch passten sie auf jeden Fall zu den SURFERS. Schneller, melodischer Punkrock mit kleinen Hardcore-Anleihen. Vor allem ihr Drummer gefiel, der mich ein wenig an das Tier aus der „Muppet Show” erinnerte. Zumindest was die Schnelligkeit anging.

Pünktlich um Viertel nach zehn dann betraten die SATANIC SURFERS die Bühne. Vorne tat sich bis auf ein halbes Dutzend Leute, die sich bewegten, nichts. Für einen SURFERS-Gig eigentlich völlig untypisch und auch die Band schien sich von der verhaltenen Stimmung leiten zu lassen und lieferte einen soliden, aber in keinster Weise euphorischen Auftritt ab. Dass die Jungs einige Hits ihrer frühen Karriere nicht mehr spielt, ist bekannt, einige forderten natürlich dennoch die Songs und wurden von Rodrigo mal etwas wirsch und mal eher verarschend abgezogen. Das Programm unterschied sich aber dann doch erheblich vom letzten mal im Kölner Underground.

Damals wurden zwar einige neue Songs gespielt, doch an diesem Abend war dies fast ausschließlich der Fall. Ihr aktuelles Album „Unconsciously Confined ” wurde nahezu komplett gespielt, ältere Songs kamen erst im zweiten Teil ihres knapp 60-minütigen Auftrittes. Zum Schluss gab es dann noch einige Hits der „Hero Of Our Time”-Phase. Insgesamt ein Auftritt, der vor allem wegen der Akustik in Ordnung ging, allerdings hab ich die SURFERS schon besser gesehen. Denn allzu große Lust schien die Band, vor allem Sänger Rodrigo, nicht zu haben. Aber der gute Mann ist da ja ohnehin etwas eigen. Kein Hammerabend, aber solide Unterhaltung und wenigstens war man früh wieder zu Hause.

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