18.11.2011 – The Turbo A.C.’s / Bob Wayne – Berlin SO 36

turboacs2011Viele Worte der Einleitung muss man über die TURBO A.C.’s wohl nicht verlieren. Das mittlerweile zum Quartett angewachsene Gespann hält seit den mittleren Neunzigern unermüdlich die Flagge des Punk n’ Roll in die Höhe und begeisterte in der Vergangenheit – neben einer starken Discographie – vor allem durch treibende Live-Performances. Anlässlich der Veröffentlichung ihres siebten Albums „Kill Everyone“ gastierte die Band um Frontmann Kevin Cole auch mal wieder in Berlin, wo das überraschend gut besuchte SO 36 aber vorrangig von rockiger Routine erfüllt wurde.

Auszusetzen gab es wenig. Trotzdem blieb das unerschütterliche Gefühl, die New Yorker bereits packender und irgendwie auch schwungvoller erlebt zu haben. Die große Party, zu der ihre Konzerte gern ausarten, blieb über weite Strecken aus. Spaß machte die Show trotzdem. Daran hatte auch das Vorprogramm seinen Anteil. Bob Wayne holte mit Akustikgitarre und Mitmusiker(i)n (an Upright-Bass, Stromgitarre und Geige) zur Frischzellenkur des Dixie-Folk aus. Ein bisschen Country und Bluegrass, ein bisschen Rock und Geschichten um Liebe, Tod und Teufel prägten den unterhaltsamen Auftritt, der das Publikum durch sympathische Ansagen und glasklaren Sound leichter Hand mitnahm.

Zwar schlich sich auf der Schlussgeraden eine gewisse Ermüdung ein, der dickliche Bartträger Wayne und Mitstreiter gaben aber eine einnehmende und weitgehend packende Abwechslung zum Punk-Gewitter der TURBO A.C.’s ab. Das zog soundtechnisch ansprechend über die rund 350 Zuschauer hinweg und animierte eifrig zum Fäusterecken und Bierholen. Während Coles leicht quakiges Reibeisen ausreichend Stimmung schuf, war von den prägenden Background-Chören wenig bis gar nichts zu hören. Getrübt wurde der Gesamteindruck aber vor allem durch das Set.

Mit neuen und alten Hits wie „Into the Vortex“, „St. Lewis“, „Fired Up“, „The Future“, „Knifefight“, „Automatic“, „Puff of Smoke“ oder „Emergency Room“ war zwar rege Stimmung garantiert, einige relevante Klassiker blieben dennoch außen vor. Natürlich ist es für alteingesessene Combos bei ihren Konzerten schwer sämtlichen Erwartungen gerecht zu werden. Ein wenig mehr als die obligatorische Stunde Bühnenzeit sollte dann aber durchaus drin sein. Lässt man diesen Wermutstropfen außer Acht, war es eine ansprechende bis Vorstellung. Nicht viel mehr, aber auch keinesfalls weniger.

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