18.08.2009 – The Flatliners / Bingo Bongo Brothers – Düsseldorf, Pretty Vacant

Copyright: Allen Bearce / Quelle

Das Pretty Vacant lud an diesem Abend zum Tanze, denn die Fat-Wreck-Bengel von THE FLATLINERS gastierten in der Altstadt. Das Pretty Vacant ist wohl einer der schönsten Orte – nicht nur in der Landeshauptstadt -, wenn es um intime Konzertabende geht. Das kleine Kellergewölbe ist nett hergerichtet und stimmt vom Ambiente her einfach. Das sahen heute wohl etwa 80 Menschen ähnlich, die faire zehn Euro zu viel in der Tasche hatten.

Als erstes standen die lokalen BINGO BONGO BROTHERS auf der Bühne. Und was will man diesem Namen noch hinzufügen? Die Band ist wohl mehr ein Spaßprojekt, es wurden Zoten gerissen, die neue (pinke) Frisur des Drummers aus Duisburg belächelt und zwischendurch auch Musik gespielt. Sie konnten sich sogar einen zweiten Sänger leisten, der aber weitgehend am linken Rand tänzelte. Aber groß ist die Bühne im Pretty Vacant ohnehin nicht. Musikalisch ging das zwar irgendwie klar, hörte sich aber nichtsdestotrotz gehörig nach Grundschul-Punkrock an. Für Feingeister war dies eher nichts.

Aufs Gas traten dafür später THE FLATLINERS. Im vorderen Teil bildete sich schnell eine kleine Menschentraube, die mächtig Dampf machte und auch sonst waren einige dabei, die die Texte im Kopf hatten. Die Jungs selbst auf der Bühne hatten schnell ihren Spaß. Sänger Chris gab zwar stimmliche Probleme an, doch bis auf wenige Ausnahmen kam sein rotziger Gesang wie gewohnt zur Geltung. Bassist Jon war schwer damit beschäftigt, seinen Bart zu stylen und fragte dauernd nach PCP, er hätte seinen privaten Vorrät schon vernichtet. Dies entwickelte sich irgendwann zum Running Gag, Gitarrist Scott nahm dies allzu gern auf.Im weiteren Verlauf verschwanden dessen Augen zunehmend, ein paar Bier flossen nun mal die Kehlen herunter.

Zwischen den Songs wurde immer wieder dummes Zeug gequatscht, man interagierte mit den Leuten, die Chemie zwischen Publikum und Band stimmte auf jeden Fall. Vielleicht war man zuletzt einfach auch ein wenig zu viel mit NOFX auf Tour und hat sich in Punkto Laberei einiges abgeschaut. Gespielt wurden hauptsächlich Songs von „The Great Awake“, mit „Mother Theresa Chokeslams the World“ ging es furios los, weiter mit dem chilligen „This Respirator” und später wurde u. a. „Meanwhile In Hell…” gespielt.

Das reguläre Set endete mit ihrem Hit „Eulogy“, eine Zugabe folgte dann noch. Dazwischen gab es unter anderem aber auch „There’s a Problem“ oder „Scumpunch“ vom Vorgänger „Destroy to Create“ zu hören. Wenigstens einen neuen Song hatten sie auch parat, der sich nahtlos in das sonstige Gefüge einreihte und definitiv Laune auf mehr machte. Der Sound stimmte, dieser kam für den kleinen Raum klar und druckvoll rüber. Die Zeit verging wie im Fluge, doch nach etwa einer Stunde musste die Bühne dann geräumt werden. Toller Abend mit einer wirklich äußerst gut aufgelegten Band, die man einfach in einem kleinem Rahmen sehen und genießen muss.

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