14.04.2011 – Teenage Bottlerocket / Old Man Markley – Düsseldorf Rotkompot

teenagebottlerocketIn Punkto Werbung wäre für das Gastspiel des Fat Wreck-Duos TEENAGE BOTTLEROCKET und OLD MAN MARKLEY in der Landeshauptstadt gewiss mehr möglich gewesen. Doch unterm Strich war die Bude mit geschätzten 100-150 Leuten recht voll, der Altersdurchschnitt deutlich über dem eines normalen Punk Rock-Konzertes von Bands aus dem Hause Fat Wreck und ein bisschen Prominenz in Form von HOSEN-Drummer Vom Ritchie war auch da. Fünf Bands sollten für 10 Euro aufspielen, mehr konnte man erst einmal nicht erwarten. Das Rotkompot ist zudem ein sehr gemütlicher kleiner Laden, der allerdings ziemlich versteckt liegt.

Den Opener machten noch vor 20h die ZATOPEKS aus London. Deren melodischer Punk Rock ging vom Tempo her steil nach vorn und trotz früher Stunde gab die agile Band auf der Bühne schon alles. Bislang waren mir die Jungs völlig unbekannt, doch mit einer erfrischenden Performance und sympathischem Auftreten darf man sich die Band ruhig mal notieren. Ein mehr als guter Beginn. Dieses Level hielten auch THE 20 BELOWS aus Dänemark, deren Street-meets-Pop-Punk vom Tempo her geringer ausfiel, dafür aber auch mehr Melodien beinhaltete und erste Fäuste vor der Bühne gereckt wurden. Mit Ansagen hielt sich die bunt bemalte Truppe weitgehend zurück, konnte mit ihrer Darbietung jedoch mehr als überzeugen. Als sie von der Bühne verschwanden, war es erst kurz nach neun und die Laune hätte kaum besser sein können.

Das änderte sich als THE SAVANTS aus Tübingen (oder Thüringen) aufspielten. Warum die deutsche Band den Platz im Mittelfeld einnehmen durfte, ist mir schleierhaft, denn im Vergleich zu den beiden vorgenannten kam deren Punk Rock kaum über Schulniveau hinaus. Und das lag nicht nur an grausigen Coverversionen russischer Volkslieder oder Monty Pythons „Always Look…“. Nicht umsonst verflüchtigte sich der Großteil der Leute nach draußen. OLD MAN MARKLEY hatten im Anschluss einen leichten Stand. Die Bühne platzte mit den neun Bandmitgliedern zwar aus allen Nähten, dafür hatten sie aber den wohl besten Sound des Abends. Mit Kontrabass, Waschbrett, Geige und noch vielen Instrumenten mehr gab es einen bunten Mix aus Country, Folk und Rock, bei dem vornehmlich ihr Fat Wreck-Einstand „Guts n’ Teeth“ berücksichtigt wurde. Diesen gab es übrigens für läppische fünf Euro am Merch-Stand. Letztlich ein netter, vielmehr noch sympathischer Auftritt.

Für TEENAGE BOTTLEROCKET wurden im Anschluss noch mal alle Kapazitäten mobilisiert. Die Band betrat gegen kurz nach elf die Bühne und sorgte in der folgenden Stunde allerorts für grinsende Gesichter. Kein Wunder, denn ihr Pop-Punk im Stile der RAMONES oder TEEN IDOLS könnte kaum eingängiger sein. Insofern verwunderte das Hitfeuerwerk kaum, bei dem es quer durch alle Alben ging. „Radio“, „Stupid Games“, „Bloodbath At Burger King“ oder „Go Away“ des „Total“-Albums wurden gespielt, „Warning Device” wurde mit dem schnellen „Bottlerocket”, „In the Basement“ oder „Welcome to the Nuthouse“ berücksichtigt, während vom letzten Album „They Came From the Shadows“ natürlich „Skate Or Die“ oder „Not OK“ nicht fehlen durften. Von der neuen EP wurde das saubere „Mutilate Me“ gespielt, dazu auch das BAD RELIGION-Cover „Henchman“. Längere Ansagen gab es kaum, dafür wurde ein Song nach dem anderen gespielt und das Publikum zeigte sich bisweilen äußerst textsicher. Mehr gute Laune als bei ihnen war kaum möglich und für mich zählt ihr Auftritt schon jetzt den Highlights des Jahres. Da kann kommen was will, denn diese absolut großartige Band muss man einfach abfeiern.

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