1313: Giant Killer Bees! (USA 2011)

1313-giant-killer-beesHalbnackte Menschen gehören zum Horrorfilm dazu. Dass die in „1313: Giant Killer Bees!“ fast ausnahmslos männlich sind, ist Teil des Konzepts. Denn was David DeCoteau („Grizzly Rage“) mit dem vermeintlichen Beitrag zum Tier-Terror (oder diversen anderen, je eine Horror-Subkategorie aufgreifenden Teilen der Reihe) abliefert, ist nicht allein Genre-Kost zum Abgewöhnen, sondern zielt mit zart homoerotischen Zügen auch vorrangig auf eine Klientel, die sich bevorzugt am Anblick gut gebauter Jünglinge – wohlgemerkt frei von schauspielerischem Talent – ergötzt. Da kann das Cover noch so vehement beteuern: „A science-fiction chiller for girls!“

Zum Auftakt ruft Entomologe Dr. Bensington (Raine Parsons-Wright) in einer Handkamera-Videobotschaft das Ende der Welt aus. Wie er das mit dem Umschnitt hinbekommen hat, wird sein Geheimnis bleiben, aber draußen summt es gewaltig und so berichtet er kurz (eher quälend lang), wie es zur Katastrophe kommen konnte. Ursprünglich versuchte er mit Hilfe einiger College-Studenten (deren Befähigung praktisch auf der Hand liegt), das Aussterben der Honigbiene zu verhindern. Als Forschungsresultate auf sich warten ließen, schickte er den jungen Redwood (Derek North) in die Karibik, um den Versuchstieren im Labor (eigentlich eine Küchenzeile) heimlich ein Serum zu injizieren, das aus einem Meteoriten extrahiert wurde. Was auch sonst!

Auf dem Papier klingt das fast klassisch. Denn natürlich gewinnen die (unsagbar schlicht) gepixelten Insekten massiv an Größe und verwandeln die aus Models in engen Unterhosen bestehende Wissenschaftsgruppe in willenlose, zombiehaft umherwankende Drohnen. Das Problem ist nur, dass dieser Bestandteil bestenfalls als Aufhänger für gähnende Langeweile dient. Das Gros des Streifens besteht nämlich aus… nichts. Ein Schauspieler liegt minutenlang auf dem Bett (mal mit Socken, mal ohne) und streichelt sich den Oberkörper. Warum er das tut, bleibt offen. Dafür wird er aus subjektiver Kameraperspektive von einer Biene (!) beobachtet. Bedauerlicherweise ist das so langweilig, dass es nicht einmal für abseitiges Amüsement zu gebrauchen wäre.

Das gilt auch für die zehrend ereignislosen Szenen unter der Dusche. Warum sollte das jemand sehen wollen? Wer – gleich welcher sexuellen Orientierung – Masturbationsvorlagen benötigt, ist mit jeder Supermarktsortimentsübersicht erotischer versorgt. Der Gipfel der Frechheit wird jedoch erklommen, als sich Redwood kurz vor Ende auf die Suche nach dem Rest des Teams macht. Denn in einer nicht enden wollenden Sequenz geht er seelenruhig spazieren und besichtigt eine Küstenfestung. Wer sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht selbst die Augen aus dem Kopf gekratzt hat, darf sich zumindest rühmen, diese filmgewordene Peinlichkeit nahezu unbeschadet bewältigt zu haben. Mit konventioneller Unterhaltung hat das erschreckend wenig gemein – und ist selbst unter willkommener Zuhilfenahme der Vorspultaste eine echte Tortur.

Wertung: (0,5 / 10)

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