13 Geister (USA/CDN 2001)

13-geisterAlle Jahre wieder, wenn den ausgelaugten Gehirnen renommierter Drehbuchautoren partout nichts originelles mehr zu entlocken ist, bedient man sich in der Traumfabrik des probaten Mittels der Wiederverwertung. Recycling ist gut, sicher, aber leider haftet einfach zu wenigen Werken vergangener Tage der obligatorische „Grüne Punkt” an. Will heißen die meisten jener sogenannten Klassiker haben es schlicht nicht verdient, derart qualitätsarm verschmäht zu werden. In diesem Zusammenhang soll einmal von Remakes fremdländischer Filmkunst abgesehen, und vielmehr Augenmerk auf Neuinterpretation wuchtiger US-Schwarz-Weiß-Grusler der 50er bis 70er Jahre gelegt werden. Sicher, positive Beiträge zum Thema Abtragen mittelalter Fantasy-Filminhalte gab es schon, man erinnere sich nur an John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt”.

In Zeiten der merklich abflauenden Teenie-Horror-Welle versuchte manch ein Studio in den letzten Jahren noch mal mit zeitgenössischer Überarbeitung bekannter Filme aufzutrumpfen. Die Resultate der Verwurstungen von „Das Geisterschloss” und „House on Haunted Hill” beispielsweise sprechen jedoch eine deutliche Sprache. Ähnlich stumpfsinnig, eher genau so, verhält es sich auch mit „Thirteen Ghosts”, dem überflüssigen Remake des von William Castle 1960 inszenierten Streifens „Das unheimliche Erbe”. Jenes tritt in der neuen Auflage, entstanden unter der Regie von Steve Beck, der Witwer Arthur (Tony Shalhoub) an, der zusammen mit Kind und Kegel Begünstigter seines verschrobenen wie verstorbenen Onkels Cyrus Kritikos (F. Murray Abraham) wird. Der betrieb wider erwarten keine griechische Pommesbude, sondern führte arges im Schilde. Der reiche Onkel nämlich sammelte waschechte Geister, um jene von Bannsprüchen im Zaum gehalten in den Räumlichkeiten seiner abgefahren anmutenden Villa weit außerhalb von menschlichen Ansiedlungen residieren zu lassen.

Natürlich steckt auch diesmal wieder sinistres Treiben hinter der vermeindlichen Erbschaft, denn als Arthur mit seinen Kindern, der Haushälterin und dem Anwalt einen Blick auf das frisch geerbte Domizil werfen will, schließen sich die Türen des Anwesens und ein Kampf ums nackte Überleben beginnt. Denn die 12 Geister, vom geldgeilen Anwalt entfesselt, haben es allesamt auf Arthurs nervige Spießgesellen abgesehen. Der tote Onkel benötigt nämlich bloß noch einen Geist, um unter zuhilfenahme seiner bewohnbaren Höllenmaschine unendliche Macht zu erhalten. Der Auftakt von „13 Geister” überzeugt, doch von da an gleitet Regiedebütant Steve Beck der Film von Minute zu Minute mehr aus der Hand. Der Grund dafür ist allerdings in der Hauptsache im schwachen Drehbuch zu suchen, welches sich, sobald die Pforten des Anwesens aus Stahl und Glas verschlossen sind, lediglich damit begnügt, die Charaktere in einer ermüdenden Tour durch gläserne Gänge und Räume flüchten zu lassen. Dass dabei so mancher Geist eher für Momente unfreiwilliger Komik sorgt, kommt dem ohnehin vollkommen spannungsarmen Streifen nicht gerade zugute.

Einzig die aufwändige Ausstattung der Villa weiß im Gesamtbild zu überzeugen, rechtfertigt aber längst nicht, Geld für diesen Schwachsinn auszugeben. Auch die Darsteller steuern ihren Teil zur Unterhaltungsarmut bei, vor allem die ewig kreischende Shannon Elizabeth („American Pie”) geht einem mit ihrer nonqualitativen Vorstellung gehörig auf den Zeiger. Aber auch Tony Shalhoub („Gattaca”), F. Murray Abraham („Der Name der Rose”) und Embeth Davidtz („Schindlers Liste”) können bei solch formelhaften Figuren nur dröge in die Gegend glotzen. Lediglich Matthew Lillard („Scream”) als spiritueller „Ghostbuster” versprüht dabei einen Hauch von Spielwitz. Aber auch der verpufft bei so viel spaßlosem Geistergesindel im nu. Produziert wurde dieser Mumpitz übrigens von niemand geringerem als Action-Papst Joel Silver („Stirb langsam”). Aber auch der Mann kann ja nicht nur Hits produzieren.

Wertung: (4 / 10)

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