108 – A New Beat From a Dead Heart (2007, Deathwish Inc.)

108-a-new-beat-from-a-dead-heartWenn ein Urgestein des modernen Hardcore aus einem mehr als 10 Jahre währenden Dornröschenschlaf erwacht, so darf man auf die Reaktion gegenüber seiner Umwelt gespannt sein. Hört besagte Kapelle aber auf den Namen 108, weichen jegliche Bedenken vorauseilender Gewissheit. Denn ein Blatt nahmen die Krishna-Jünger noch nie vor den Mund. Daran ändert auch die viel zu lange Auszeit nichts. „A New Beat From a Dead Heart“ ist der prophetische Titel eines Comeback-Albums, das den bewährten Stil der Band neu interpretiert. Dabei geholfen hat ihnen CONVERGE-Frontmann Kurt Ballou. Er produzierte den donnernden Paukenschlag.

Unterschwellig wütet noch immer das Chaos. Die Platte kommt wuchtig daher, technisch vertrackt und mit dem feinen Gespür für den Anspruch hinter dicht verschwurbelten Soundwällen. Ballou hat die Wogen nicht geglättet, er hat die Furchen auf der Oberfläche hervorgehoben. Das schafft eine düstere, mitunter wahrhaft beklemmende Atmosphäre. Doch genau die benötigen 108, um Zündstoff wie „Bibles + Guns = The American Dream?“ oder das von gesprochenem (eher verächtlich gespienem) Text begleitete „The Sad Truth“ in die Köpfe zu hämmern. Brachialer, lärmender und musikalisch dennoch konzentrierter denn je holt der Vierer zum Rundumschlag aus und mauert aus punktgenauen Statements intelligente Songs, deren Wirkung weit mehr ist als nur die erneute Auflehnung eines verstummten Gewissens. Lauter die (toten) Herzen nie schlugen. Eine großartige Scheibe.

Wertung: (8 / 10)

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