100 Fäuste und ein Vaterunser (I/D 1972)

100faustevaterunserSo viele Fäuste und kein Funken Amüsement. In Mario Sicilianos („Schweinehunde beten nicht“) angestaubter Western-Klamotte „100 Fäuste und ein Vaterunser“ trifft keine Pointe ihr Ziel. Im Gegensatz zu den ausgeteilten Schlägen, die einmal mehr für Gerechtigkeit im wilden Westen sorgen. Im Original griff man dafür auf die bekannten Genrehaudegen Halleluja und Sartana zurück, die in der deutschen Fassung aber zu Salto (Alberto Dell´Acqua, „Mit Django kam der Tod“) und Mortale (TV-Tarzan Ron Ely) wurden.

Die beiden schlitzohrigen Gauner bündeln ihre Kräfte, um Witwe Gibbons (Mattscheiben-Rudiment Uschi Glas, „Zwei am großen See“) und ihre gottesfürchtigen Siedlergenossen vor dem Zugriff des raffgierigen Grundbesitzers Lupo (Ezio Marano, „Ein Hosianna für zwei Halunken“) zu bewahren. Der will die Gläubigen mit vorgegaukelten Geistererscheinungen von ihrem Land vertreiben, unter dem sich allerlei Edelmetall findet. Salto und Mortale, durch ein geraubtes Priestergewand für den sehnlichst erwarteten Glaubensbeistand gehalten, schreiten frohen Mutes und ewigen Grinsens ein.

Halbnackte Banditen, ein kleiderloser Pfaffe und Obermotz Lupo, der seinem Namen alle Ehre macht, indem er mit Sachsenakzent den Mond anheult, sind nur ein paar der restlos scheiternden Witzischkeiten. Die kennen bekanntlich keine Grenzen, hier aber einmal mehr schlicht kein Pardon. Gnadenlos wird jeder noch so flache Gag verschenkt und das klamaukige Heil in den vorgezeichneten Bahnen beliebter Prügel-Possen gesucht. Von der Tortenschlacht bis zum Duell mit einem britischen Killerduo werden sämtliche Plattheiten aufgefahren und durch müde Keilereien zu peinlichem Unterhaltungsdung verdaut.

Mit allen Mitteln versuchen die bösen Buben den Widerstand des dynamischen Duos zu brechen. Bei tumben Mitstreitern wie Stelio Candelli („Ein Fressen für Django“) oder Lars Bloch („Beichtet Freunde, Halleluja kommt“), der 1968 übrigens die erste Dokumentation über den Italo-Western produzierte, ist das nur verständlich. Ohne jedes Timing, geschweige denn ein Mindestmaß an Charme, gerät die unsägliche Komödie zum nervigen Rohrkrepierer. Da heulen neben Lupo selbst Schund-Affinados gequält auf. Für die Kürzungen der deutschen Fassung sollte man da fast schon dankbar sein. Nicht mal im Vollsuff zu ertragen.

Wertung: (1 / 10)

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