10.000 A.D. – Black Pearl (USA/PR 2008)

10000adblackpearlIm Filmgeschäft kopieren die Kleinen die Großen. Das war schon immer so. In den letzten Jahren aber ergab sich ein Trend, bei dem B-Movies als reiner Nachbau populärer Blockbuster angelegt werden. Speerspitze dieser Entwicklung sind die Köpfe hinter The Asylum, die meist pünktlich zum Kinostart von Big Budget-Produktionen – erwähnt seien nur „I Am Legend“ und „Alien vs. Predator“, wiederverwertet als „I Am Omega“ und „Alien vs. Hunter“ – ihre vergünstigte Version in den Straight-to-DVD-Markt speisen.

Auch „10.000 A.D. – Black Pearl“, wohlgemerkt keine Asylum-Produktion, erregt zunächst den Anschein eines dreisten Raubzugs. Emmerichs „10.000 B.C.“ soll Pate gestanden haben, worauf der Einleger denn auch ausgiebig hinzuweisen versteht. Auf dem Cover röhrt der Saurier, vor der Mattscheibe der Zuschauer. Ur-Echsen und andere Viecher sucht man in Raul Gasteazoros und Giovanni Messners Gemeinschaftsarbeit vergebens. Und überhaupt dient der Vergleich mit dem teuren Referenzprodukt doch bloß der krampfhaften Erregung von Aufmerksamkeit.

Gemeinsam ist den beiden 10.000ern lediglich die Reinlichkeit der Protagonisten, die, ob mit ob ohne Fell, stets mit korrekt sitzenden Frisuren und gestutzten Bärten durch die Landschaft traben. Bei Emmerich ging es in die Vorzeit, bei den Nachzüglern in die gleichsam archaische Postapokalypse. Auch dort läuft alles auf das Duell Gut gegen Böse hinaus, wobei Sinasu (Messner) der Part des Dämons und Kurupi (Julian Perez) der des Auserwählten Kriegers zukommt. Um den Teufel zu bezwingen muss er fachgerecht im Kampfe geschult werden und fünf magische Steine sammeln, die ihm die sagenumwobene schwarze Perle bescheren sollen.

Wie die Geschichte ausgeht und welche der öd in die Runde geschmetterten Figuren letztlich auf wessen Seite steht, ist nicht von Belang. Der größte Held ist sowieso, wem es gelingt diesen esoterisch angehauchten, digital bebilderten No Budget-Murks bis zum Schluss durchzustehen. Wenn nicht gerade in viel zu hektischen Schnittfolgen minimalistische Martial-Arts-Fights eingeworfen werden, überschüttet die weibliche Off-Erzählerin das Geschehen mit drögen Erläuterungen oder lässt die moralische Keule kreisen. Immerhin die Landschaftsaufnahmen überzeugen. Würden sich in ihnen doch nur nicht so viele Amateurschauspieler tummeln.

Wertung: (2 / 10)

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