03.02.2004 – The Wohlstandskinder / D-Sailors – Solingen, Cobra

Nachdem der geplante Gig der WOHLSTANDSKINDER in Hilden vor wenigen Wochen ausfiel, sollte im Rahmen der „Dezibel-Karate“-Tour nun das nahegelegene Solingen als Austragungsort dienen. Konzerte in der Cobra erlebte ich bisher immer nur vorne in der kleinen Kneipe, im hinteren Bereich existiert jedoch noch eine anständig große Halle, die für mittelgroße Konzerte optimal erscheint. Ich würde mal schätzen, dass dort Platz für 500 Leute ist und auch die Bühne ist recht groß. Angemessenem Programm steht wohl die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gerade einfache Anfahrt im Wege.

Dies sorgte mutmaßlich auch an diesem Abend für regen Zuschauerschwund, denn die Halle war mit rund 150 Besuchern arg überschaubar gefüllt. Publikumstechnisch gab es, von den Konzerten der WOHLSTANDSKINDER zu erwarten war: viele noch recht junge Kids mit bunten Haaren. Gegen halb neun betraten die D-SAILORS aus Jülich die Bühne, doch nichts tat sich davor. Die Leute blieben relativ teilnahmslos an den seitwärts stehenden Tischen sitzen oder standen weiter hinten, so dass sich vorne einfach nur ein riesiges Loch auftat. Eine nicht allein aus Bandwarte bedauerliche Situation. Doch wie man es von ihnen erwarten durfte, gaben sie Gas, spielten einige nette wie bekannte Songs (u. a. „Maybe“, „The Devil stole my Saxophon“) und hinterließen zumindest in mir einen zufriedenen Zuschauer. Nur blieb atmosphärisch gesehen einfach viel Luft nach oben.

Als dann aber die Poser-Könige um Frontmann Honolulu Silver die Bühne betraten, füllte sich auch die Kluft vor der Bühne, wenn auch der freie Platz noch immer überwiegte. Das Set der WOHLSTANDSKINDER war ausgewogen, ältere wie neuere Songs hielten sich etwa in der Waage und die auf Platte eher poppigeren Songs bekamen live schon ein etwas anderes Gewand. Die zahlreichen kleinen Mädchen vorne hatten Spaß, es wurde gesungen, getanzt und vor allem getrunken. Einige der typischen Ansagen zwischen Witz und Peinlichkeit gab es natürlich auch noch, wobei heute ohne Frage der Witz überwiegte. Nach sehr unterhaltsamen 90 Minuten war Schluss. Musikalisch war alles in bester Ordnung. Über den Rest kann man sicherlich streiten.

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