[Rec] 2 (E 2009)

rec-2Aus Zombies werden Besessene: In der Fortsetzung des spanischen Low Budget-Phänomens „[•Rec]” verändern die Regisseure Jaume Balagueró („Darkness“) und Paco Plaza („Romasanta“) die Vorzeichen. Statt eines Virus wütet plötzlich ein Dämon durch das hermetisch abgeriegelte Wohnhaus, was die Infizierung via Tröpfchenübertragung doch dezent absurd erscheinen lässt. Überhaupt beschädigen die Mühen um eine atmosphärisch schmissige Erweiterung des Katastrophen-Splatters den Nachhall des Originals. Warum sollte der Sequel-Fluch auch ausgerechnet vor einem iberischen Nervenzerrer halt machen?

Wenige Minuten nachdem TV-Reporterin Ángela (Manuela Velasco) von einem unheimlichen Mädchen ins Dunkel der Dachkammer gezogen wurde, betritt ein Sonderkommando das Haus. Das Geschehen wird wiederum dokumentiert, wobei ergänzende Perspektiven und räumliche Sprünge durch die Helmkameras der Spezialkräfte möglich werden. Balagueró und Plaza spielen gekonnt mit den neuen Möglichkeiten und vollziehen sogar einen zeitlichen Sprung, als sich drei ebenfalls mit einer Videokamera bewaffnete Teenager Zugang zum Gebäude verschaffen können.

Die Soldaten begleiten Dr. Owen (Jonathan Mellor), der sich als Priester entpuppt und die Katastrophe mit der Bergung einer Blutprobe besagten Mädchens zu verhindern sucht. In den Wohnungen und Fluren treiben aber noch immer diverse Besessene ihr Unwesen, denen Owen mit Kruzifix und Gebet – oder auch hergebrachter Waffengewalt – zu Leibe rückt. Das funktioniert nach den Spielregeln des Vorgängers so hektisch wie ordentlich, gerät aber bereits durch die eindimensionalen Figuren ins Hintertreffen. Geradezu einfallslos vollzieht sich das Einbringen der Jugendlichen, die auf dem Dach mit Sexpuppe und Feuerwerkskörpern hantieren, als die Katastrophe ihren Lauf nimmt.

Als sich die Reihen der Überlebenden nach Zusammenführung der Gruppen lichten, stößt unvermittelt auch Ángela hinzu. Argwohn weckt ihr Auftauchen lediglich beim Zuschauer. Doch auch der muss sich bis zum Schluss gedulden, ehe ihr (absehbares) Schicksal aufgeklärt wird. Im Rahmen seiner Möglichkeiten macht „[•Rec]2” durchaus was her. Allerdings erweist sich das dokumentarische Moment als dezent abgenutzt und die religiöse Komponente des Plots hinkt dem unberechenbaren Zombie-Terror des ersten Films spürbar hinterher. Das Streben des Dämons nach Freiheit sorgt in der finalen Zuspitzung zwar für stimmige Momente, insgesamt wirft aber auch dies Sequel nicht genug gelungene Ideen ab, um der Qualität des Originals das Wasser reichen zu können.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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