Wraths – My Home (2017, Bird Attack Records)

Jim Lindberg, der etatmäßige Frontmann von PENNYWISE, ist wieder wütend. Seit einiger Zeit kanalisiert er seine Unzufriedenheit im musikalischen Nebenprojekt WRATHS. Der Vierer aus seiner Heimatstadt Hermosa Beach präsentiert reduzierten, im besten Sinne simplen Punk-Rock mit fester Verwurzelung im Hardcore der Achtziger. Als Referenzen können Bands wie BLACK FLAG, CIRCLE JERKS oder auch OFF! genannt werden, wobei sich die Liste beliebig fortführen ließe. Der Sound ist entsprechend klassisch, ohne Schnörkel, ohne Firlefanz.

Nach der letztjährigen Vorstellung ihres selbstbetitelten Debütalbums machten sich die Jungs gleich wieder an die Arbeit. Daraus entstand die Vier-Track-EP „My Home“, die im Titeltrack gegen die Gentrifizierung der kalifornischen Küstenregion wettert. Das resultiert zum Auftakt in einen flotten Zweiminüter mit wuchtigen Drums und Gangshouts. Selbstredend stellt sich mit Jim am Mikro unverzüglich eine grundlegende Vertrautheit ein. Doch WRATHS sind trotz einiger Parallelen nicht PENNYWISE. Das belegt etwa „Trusted You“, eine gegen religiös legitimierten Missbrauch ätzende Mid-Tempo-Nummer mit hymnischer Note.

„The Beat Goes On“ wird, dem Titel entsprechend, vom prägnanten Schlagzeug angefacht. Die alte Schule des Hardcores strebt in den Vordergrund und ergießt sich in rockige Passagen, bei denen Jim die Silben in die Länge zieht. „This Is My Farewell“ geht es anfangs eine Spur ruhiger an. Der Punk wird atmosphärisch aufgeladen und mündet in einen Refrain mit neuerlich spürbarer Verbundenheit zum Rock. Mit Lust, Leidenschaft und dem Geist der alten Helden im Gepäck hinterlassen WRATHS positive Eindrücke – und machen ihren hommagierenden Brückenschlag in die Gründerzeit des Genres zur sicheren Bank für Punk-Puristen.

Wertung: 7.0 Stars (7,0 / 10)

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