Warlock III – Das Geisterschloss (USA 1999)

warlock3Das Jahr 1999 war kein gutes. Die üblichen Kriegsmeldungen und (Natur-)Katastrophen mal außen vorgelassen, durften wir uns mit Jar Jar Binks und den Teletubbies bekannt machen, George Harrison wurde Opfer einer Messerattacke und Joe D´Amatos Herz hörte auf zu schlagen. Und in den Regalen der Videotheken erwartete uns eine neue Episode des Sohnes des Mephistoteles, des Fast-Zerstörers der Schöpfung des Allvaters, des mächtigsten Zauberer auf Erden und überhaupt: Warlock, der Blonde! Na ja, nicht ganz, den im ultra-günstigen dritten Teil ist nichts mehr von rückwirkenden Urknallentfesselungen und Satans-Beschwörungen übrig geblieben.

Leider auch nicht von Julian Sands, der hier durch Dauerfiesling Bruce Payne („Passagier 57“) ersetzt wurde. Dieser darf nun in einem heruntergekommen Haus auf Slasher-Killer machen und nach dem allseits beliebten „10 kleine Negerlein“-Prinzip einem nach dem anderen zeigen, wie böse er ist. Eine von ihnen, Kris (Ashley Laurence, bekannt aus den ersten beiden „Hellraiser“-Filmen), hat Warlocks Interesse besonders verdient. Das ahnungslose Mädchen ist nämlich die Tochter einer mächtigen (Wicca-)Hexe, die in den Augen des Höllensprosses ein besonderes Prachtexemplar auf dem Opferaltar für Big Bad Daddy hergeben würde.

Im zarten Kindesalter durfte sie in letzter Sekunde von ihrer Mutter gerettet werden, bevor sie diese in die Zukunft schickte. Ach ja, Kris ist nämlich so um die 1665 geboren, das sollte nicht unerwähnt bleiben. Wie von Zauberhand scheinen ihr die Eskapaden aus dem 17. Jahrhundert aus der Erinnerung getilgt zu sein, weiß sie doch Jahre später auf der Uni nichts mehr von ihrer Vergangenheit. Eines Tages wird sie informiert, das Miller Anwesen geerbt zu haben, eine alte Bruchbude und alles andere als ein Geisterschloss, wie uns der deutsche Titel weiß machen will. Da Kris´ Freunde natürlich nur Delirium verheißende Destillate und S/M-Spiele im Sinn haben, quartiert man sich ein und das große (zum größten Teil sehr unblutige) Sterben kann beginnen.

Das hat Warlock nicht verdient. Der amüsante erste Teil und der in allen Belangen ziemlich überzeugende zweite haben so eine Weiterführung sicherlich nicht gebraucht. Viele Horrorwerke haben miese Fortsetzungen, aber dieses Machwerk darf man ruhigen Gewissens als eines der unerfreulichsten des gesamten Genres nennen. Dagegen amüsiert sogar ein „Freitag der 13. – Todesfalle Manhattan“! Ein idiotisches Drehbuch voller schwachsinniger kleiner und größerer Ungereimtheiten (Plastikpuppen im Jahr 1673; Warlock läuft über 400 Jahre in den exakt selben Klamotten herum?!). Nicht zu vergessen der nervige Pseudo-Enigma-Soundtrack. Nein, diesen Schrott sollte man schlicht in die Verbannung wünschen. Diese Besprechung hätte eigentlich sehr viel kürzer ausfallen müssen. Zwei Worte hätten nämlich genügt: Finger weg!

Wertung: (2 / 10)

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