Thor – The Dark Kingdom (USA 2013)

P1.43 (THURS_003B_G - Payoff Poster (ONLINE DEBUT AUGUST 1))„There is nothing more reassuring than realizing that the world is crazier than you are.“ – Verrückt: Dr. Erik Selvig

Seitdem Comic-Gigant Marvel die Verfilmungen seiner Superheldensagen selbst produziert, greifen diese mit beachtlichem kommerziellen Kalkül ineinander. Mit „The Avengers“ wurde eine Schnittstelle geschaffen, an der die erfolgreichen Franchises um Iron Man, Captain America, Thor und Hulk überlappen. Neben der großen Leinwand gilt das auch fürs Fernsehen, wo die „Agents of S.H.I.E.L.D.“ die Werbetrommel rühren. In verschiedenen eingeschobenen Abspannszenen statten sich die (meist) übermenschlichen Streiter für das Gute gegenseitig ironische Besuche ab oder schlagen gar eine Brücke zu den „Guardians of the Galaxy“. So darf Benicio del Toro beim zweiten alleinigen Kinoeinsatz von Thor (Chris Hemsworth, „Red Dawn“) seine Rolle als interstellarer Raritätensammler vorwegnehmen.

Sein der eigentlichen Geschichte nachgelagertes Interesse gilt dem Äther, einer mystischen Energiequelle, die älter als das Universum selbst sein soll. Aus ihr schöpften einst die Dunkelelfen Kraft, die natürlich nicht ohne spitze Ohren auskommen. Das eklektische Gesamtszenario wird damit um eine weitere aus fremden Töpfen zusammengeklaubte Facette reicher. Doch wie es der Prolog zu berichten weiß, wurden die nach ewiger Dunkelheit im Universum trachtenden Langohren von Thors Großvater vernichtend geschlagen. Übrig blieb der auf Rache sinnende Anführer Malekith (Christopher Eccleston, „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“), der in den Tiefen des Alls auf seine Erweckung wartet. Für die sorgt ausgerechnet Thors irdische Freundin, die Physikerin Jane Foster (Natalie Portman, „V wie Vendetta“), als sie den Äther unwillentlich absorbiert.

Zuvor stößt sie auf Energiefelder, die auf eine Überlappung verschiedener Welten schließen lassen. Erreichen diese eine bestimmte Position zueinander, kann Malekith Kraft des Äthers die große Finsternis entfesseln. Mehr noch will er die Vernichtung seines Volkes sühnen. Also verwandelt er den Getreuen Algrim (Adewale Akinnuoye-Agbaje, „Lost“) in ein hünenhaftes Monster und attackiert Thors Heimat Asgard. Dort weilt auch Jane, die der Hammerschwinger gegen den Willen seines Vaters Odin (Anthony Hopkins, „Hitchcock“) in den Palast gebracht hat. Um Liebe und Heimat zu retten, widersetzt sich der Donnergott geltenden Befehlen und paktiert ausgerechnet mit seinem eingekerkerten Halbbruder Loki (Tom Hiddleston, „Gefährten“). Das Schicksal des Universums wird letztlich natürlich auf der Erde entschieden, wo auch der exzentrische Wissenschaftler Erik Selvig (humorig: Stellan Skarsgard, „Verblendung“) in den Kampf eingreift.

Der Plot ist mit allerlei Konflikten vollgestopft und wirkt nicht zuletzt aufgrund der in den Weltraum verpflanzten nordischen Sagenwelt etwas holprig zusammengepuzzelt. Doch generiert TV-Regisseur Alan Taylor („Games of Thrones“) genug Augenfutter, um ein insgesamt wenig hochklassiges, dafür aber durchweg unterhaltsames Superheldenspektakel zu bieten. Die Effekte sind einmal mehr spektakulär, die um sie drapierte Besetzung prominent. Zu ihr zählen Rene Russo („Nightcrawler“) als Thors Mutter, Idris Elba („Luther“) und Ray Stevenson („Punisher: War Zone“) als dessen Gefährten sowie Britcom-Star Chris O’Dowd („The IT Crowd“) als Janes Verehrer. Auch Chris „Captain America“ Evans absolviert einen Kurzauftritt, um Lokis Verwandlungskünste zu unterstreichen. Etwas besser als der Vorgänger, verfügt auch Thors zweiter Solo-Auftritt über Licht und Schatten. Im Gefüge der Avengers hat der nordische Weltraumkrieger damit immer noch seine besten Auftritte.

Wertung: 6.0 Stars (6,0 / 10)

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