These Streets – Unfinished Business (2017, Beatdown Hardwear)

Brettharte Musik von gestern bis heute. Der Blick in die Vergangenheit ist bei THESE STREETS von Einflüssen des 90’s-Alternative und anverwandten Knüppelkapellen wie BIOHAZARD geprägt. Der Brückenschlag in die Gegenwart erfolgt über wuchtigen (Metal-)Hardcore, der mal zünftig Tempo macht und mal mit Beatdown-Kante den Fuß vom Gas nimmt. All diese Versatzstücke wollen erst einmal homogen in ein musikalisches Korsett gezwängt werden. Tatsächlich klingt auf „Unfinished Business“, dem zweiten Langspieler der Kalifornier, kein Track exakt wie der andere. Spannend ist das allemal. Bisweilen wirkt es jedoch ein wenig überfrachtet (siehe „Can’t Be Saved“).

Wenn beim eröffnenden Titeltrack nach einem kurzen Innehalten das Soundsample einer durchgeladenen Pistole ertönt, dem ein zwar zentnerschwerer, dabei aber doch seltsam überflüssiger Breakdown-Abschluss folgt, liegen Licht und Schatten dicht beieinander. Vor allem, weil die instrumentale Grundierung der energetischen Mid-Tempo-Walze ordentlich auf Stimmung pocht. Beim folgenden „Wasting Away“ – oder auch „Dead Eyes“ und „No Way Out“ – kommt dann eine weitere wesentliche Fassette zum Tragen: der kraftvolle Klargesang. Er begünstigt (alternativ) rockige Versatzstücke, die sich weitgehend reibungsfrei ins Gesamtbild fügen. Bei Tracks wie „Bite the Hand“ oder „Suffer“ tritt hingegen der Metal-Anteil stärker hervor – wobei THESE STREETS in der Hauptsache sämtliche aufgezählten Zutaten in die einzelnen Stücke einfließen lassen. Nur eben in unterschiedlicher Gewichtung. Nach „Unfinished Business“ klingt das mitnichten. Eine Klang-Keule von Format.

Wertung: 7.0 Stars (7,0 / 10)

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