The Last Witch Hunter (USA/CAN/CN 2015)

„I’ve seen people get old, retire, and die. Rarely on the same day.“ – Kaulder

Man sollte meinen, ein Film, in dem Vin Diesel („Riddick“) als unsterblicher Scharfrichter Hexen jagt, wäre ein absoluter Stinker. Doch der Schein trügt. Zumindest ein wenig. Denn trotz stoischer Heldenfigur und Jugendfreigabe macht der von Breck Eisner („The Crazies“) gefertigte Fantasy-Actioner „The Last Witch Hunter“ ausreichend Laune. Das US-Publikum sah das offenkundig anders, schließlich spielte der Streifen im Herstellungsland kaum ein Drittel des rund 90 Millionen Dollar schweren Budgets wieder ein. Um Originalitätspreise buhlt hier erwartungsgemäß niemand und auch die Starbesetzung musste sich für den Gagenscheck bestenfalls bedingt ins Zeug legen. Aber seien wir ehrlich: Grund für Freudensprünge bestand angesichts von Thema und Hauptdarsteller ohnehin nicht.

Es gibt Werke, die sorgen auf dieser Basis immerhin für gefällige Flachheit. Das effektreiche Diesel-Vehikel präsentiert diese bereits im mittelalterlichen Prolog. In dem rückt eine Horde Krieger aus, um der Hexenkönigin (Julie Engelbrecht, „Der rote Baron“) und ihrer Gefolgschaft mit Feuer und Schwert das Handwerk zu legen. Diesels schroffer Recke Kaulder gelingt es, die magische, von allerlei finsteren Kreaturen beschützte Spukgestalt im schummrigen Baumhöhlenlabyrinth zu besiegen. Nur wird er dafür verflucht und mit ewigem Leben gestraft. Acht Jahrhunderte später ist Kaulder der letzte Hexenjäger und sichert im Dienste eines Kirchenordens die friedliche Koexistenz zwischen Menschen und Magiern.

Als Begleiter und Ratgeber wird ihm ein Geistlicher zur Seite gestellt, der sogenannte Dolan. Nummer 36 wird vom beschäftigungslosen At-Star Michael Caine („Inception“) verkörpert. Bevor der sein Amt an den jungen Nachfolger Elijah Wood („Maniac“) übergibt, wird er vergiftet. Kaulder wähnt dunkle Mächte am Werk und während die Lebensenergie von Dolan 36 schwindet, macht er sich auf die Suche nach den Verantwortlichen. Dabei stößt er auf Hexer Bilal (Ólafur Darri Ólafsson, „Emerald City“), der alles daran setzt, die Hexenkönigin zu neuem Leben zu erwecken und die bestehende Ordnung umzukehren. Unterstützung erhält Kaulder von Hexe Chloe (Rose Leslie, „Game of Thrones“), die ihm als Traumwandlerin hilft, in seiner Erinnerung eine fatale Verbindung zur totgeglaubten Erzfeindin zu erkennen.

„The Last Witch Hunter“ ist nicht eben helle, dafür aber kurzweilig, actionreich und ansehnlich gemacht. Die Effekte können sich sehen lassen und weil eigentlich immer etwas los ist, fällt der aufgewärmte Standard-Plot kaum negativ ins Gewicht. Vin Diesel spult seine Stammrolle als hölzerner Rammbock brauchbar ab und wird von Rose Leslie solide flankiert. Dass der Rest der Besetzung kaum der Rede wert ist, zeigt sich vor allem am schlussendlich eilig verheizten Elijah Wood. Ein wenig überraschend scheint die bisweilen märchenhaft düstere Note des Films. Da ist man aus Tinseltowns Fantasy-Bauchladen meist deutlich mehr Weichzeichner gewohnt. Vom sprichwörtlichen Hocker haut das alles natürlich nicht; aber das wäre auch deutlich zu viel verlangt. So reicht es zumindest für flotte Zeitverschwendung ohne Nachwehen. Wer nichts verlangt, kann auch diesmal nicht enttäuscht werden.

Wertung: 5.5 Stars (5,5 / 10)

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