ThanksKilling (USA 2008)

„Gobble, gobble, motherfucker!“ – Turkie

Kann ein Filmwerk schlecht sein, das bereits in der ersten Sekunde blanke Möpse präsentiert? Aus der Warte des Schund-Connaisseurs wohl kaum. Zumal sich die Macher von „ThanksKilling“ auch noch damit, pardon, brüsten. Damit nicht genug, wird die per Kostümierung und Jahreszeiteinblendung als Pilgrim ausgewiesene und von Porno-Sternchen Wanda Lust verkörperte Dame von einem sprechenden Truthahn erlegt. Jawohl, es ist Zeit für handfesten Trash, amateurhaft, übermütig und mit zünftigem Party-Charakter. Streifen wie diese wollen (und sollten) im bierseligen Kollektiv bewältigt werden. Für nichts anderes wurden sie geschaffen. Wer wären wir, ihnen diese Quasi-Forderung absprechen zu wollen?

Das plappernde Federvieh hört auf den Namen Turkie, entstammt einem alten Indianerritual und zielt darauf ab, alle 505 Jahre (mit Hilfe von Hundeurin) aufzuerstehen und alle Menschen zu töten, die ihm zuerst unter die Augen kommen. Die sarkastischen, tatsächlich amüsanten Wortspiel-Einzeiler des als Handaufsatz betriebenen Gummivogels erinnern an Mörderpuppe Chucky, nur verlegen sie den Slasher ins Tier-Horror-Metier. Zu spüren bekommen das fünf College-Studenten, die über Thanksgiving eine Fahrgemeinschaft in die rurale Heimat bilden – und dabei von Football-Heros Johnny (Lance Predmore) über Ober-Nerd Darren (Ryan E. Francis) bis zum feisten Fettsack Billy (Aaron Ringhiser-Carlson) (willentlich) die volle Palette an Charakterklischees bedienen.

Während eines Zwischenstopps stellt ihnen Turkie nach und hat es bald auch auf ihre Familien und Freunde abgesehen. Das führt zu zotig übertriebenen Szenen, bei denen sich der Killer-Truthahn das abgezogene Gesicht eines Opfers in bewährter „Texas Chainsaw Massacre“-Manier überstreift – und mit der bizarren Verkleidung zunächst auch noch unbemerkt durchkommt. Damit nicht genug, feuert er eine Schrotflinte ab, fährt Auto und nimmt beim Sex den Part eines kurzerhand ausgemerzten Jungspunds ein. Die Kids, in deren Reihen sich Sheriff-Tochter Kristen (Lindsey Anderson, „Terror Firmer“) als Final Girl empfiehlt, stellen sich größtmöglich dämlich an. Mitmischen darf zudem Waldschrat Oscar (General Bastard), der für den gewaltsamen Tod seines Hundes auf Rache sinnt.

So gilt es zwischen dem amüsant überzogenen Spiel der Darsteller und dem nicht minder amüsant überzogenen Spiel mit etwaigen Genre-Klischees, Dummsinns-Dialogen sowie ansehnlichen No-Budget-Tricks einen Weg zu finden, Turkie zur Strecke zu bringen. Das führt zum Einsatz eines magischen Talismans, schlechten Radioaktiv-Glüheffekten und einer Slasher-Parodie mit beträchtlichem Unterhaltungswert. Natürlich vorausgesetzt, man kann 3.500 Dollar teure Amateur-Werke wie das von Jordan Downey (drehte auch das wohlgemerkt einzige Sequel „ThanksKilling 3“) als genießen, was sie sind: Ein bewusst bestusstes Potpourri heiterer Geschmacklosigkeiten.

Wertung: 6.5 Stars (6,5 / 10)

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