Star Trek: Beyond (USA 2016)

Das Raumschiff Enterprise fliegt wieder. An der Mission hat sich seit der Serienschöpfung von Gene Roddenberry in den mittleren Neunzehnsechzigern kaum etwas geändert. Noch immer geht es darum, fremde Galaxien zu erkunden und neue Völker aufzuspüren. Die Motivation dahinter ist jedoch nicht kolonialistisch oder mehr noch imperialistisch geprägt, sondern durchweg humanistisch. Es geht um ein vereintes Universum, in dem eine Vielzahl an Völkern und Spezies friedlich koexistieren. Das mag grundlegend naiv erscheinen, trägt zu einem hohen Maße aber zur Zeitlosigkeit des Stoffes bei.

Mehr als die beiden Vorgänger kündet „Star Trek: Beyond“, das mittlerweile 13. Kinoabenteuer der Science-Fiction-Saga, von diesem Geist. Triebfeder des 2009 per alternativer Zeitlinie implementierten Reboots ist J.J. Abrams („Star Wars: Das Erwachen der Macht“), der mit der (dezenten) Abkehr von bewährten Mustern frischen Wind ins All brachte. Die Regie überließ er diesmal „Fast & Furious“-Spezi Justin Lin und verlegte sich allein aufs Produzieren. Dass sich der Film, eingefleischte Fans wird es freuen, deutlich stärker an die Auftritte der Ur-Enterprise-Crew um William Shatner und Leonard Nimoy (der 2015 verstorbene Spock-Darsteller wird angemessen gewürdigt)  anlehnt, ist vorrangig dem erklärten „Trekkie“ Simon Pegg („Mission: Impossible“) zu verdanken.

Der britische Komiker, zugleich als Schiffsmechaniker Scotty zu sehen, schrieb das Drehbuch zusammen mit Doug Jung („Dark Blue“). In dem erwartet den draufgängerischen Captain Kirk (Chris Pine, „Into the Woods“), den stets logisch handelnden Vulkanier Spock (Zachary Quinto, „Snowden“) und den knurrigen Crew-Doktor McCoy (Karl Urban, „Almost Human“) eine Herausforderung klassischer Prägung. Ein Hilferuf führt sie in einen bisher unergründeten Teil des Weltalls, wo die Enterprise prompt in einen vom generischen Schurken Krall (verschenkt: Idris Elba, „Bastille Day“) gelegten Hinterhalt gerät. Daraus resultiert eine spektakuläre Zerstörungsorgie, bei der ausschwärmende Roboterdrohnen das Flaggschiff der Weltraumföderation auseinanderpflücken und den Großteil der flüchtenden Besatzung, darunter den als homosexuell geouteten Sulu (John Cho, „Selfie“) und Uhura (Zoe Saldana, „Guardians of the Galaxy“), als Geiseln nehmen.

Ziel des Angriffs ist ein altes Waffenartefakt, dass sich eher zufällig an Bord der Enterprise befindet. Mit dessen Hilfe will Krall Rache an der Föderation üben und eine gewaltige Raumstation vernichten, deren verwinkelte Anmutung einiges fürs Auge bietet. Die versprengten Helden müssen, gestrandet auf einem praktischerweise lebensfreundlichen Planeten, mit Schicksalsgenossin Jaylah (Sofia Boutella, „Kingsman: The Secret Service“) einen Weg finden, die Gefährten zu befreien und den Plänen ihres Widersachers Einhalt zu gebieten. Mehr Einsatzzeit als zuletzt erhält dabei Navigator Chekov, dessen Darsteller Anton Yelchin („Odd Thomas“) noch vor dem offiziellen Kinostart bei einem tragischen Unfall ums Leben kam. Auch ihm ist „Star Trek: Beyond“ gewidmet. Da die eingefleischte Anhängerschaft Abrams modernisierten Neuanfang nicht durchweg begrüßen konnte, dürfte der jüngste Streich gerade Skeptikern ein versöhnliches Signal sein. Den Eindruck eines Routine-Beitrags kann der unterhaltsame Film trotzdem kaum entkräften.

Wertung: (7 / 10)

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