Species III (USA 2004)

species-3Roger Donaldsons „Species“ (1995) war ein durchaus stimmiger Sci-Fi-Thriller, der allerdings mehr durch seine Affinität zur „Alien“-Saga ins Gewicht fiel, als durch seine hochrangige Besetzung. Peter Medaks kernige Fortsetzung (1998) hatte deutlich mehr Blut als Verstand zu bieten, wusste durch trashigen Charme jedoch zumindest peripher zu unterhalten. Der nun auf DVD seine Auswertung findende dritte Aufguss des Themas versteht sich entgegen seines unmittelbaren Vorgängers nicht als Sublimierung schleimig-blutigen Effektoverkills – das allein hätte bereits das Budget nicht zugelassen –, sondern erweist sich in seiner für das US-Kabelfernsehen angedachten Konzeptionierung als unbefriedigender B-Matsch aus der dürren Sandkiste des lauen Sequelwahnsinns.

Die am Ende von Part zwei perforierte Eve (Natasha Henstridge, „Keine halben Sachen 2“) soll in eine abseitige Militärbasis transportiert werden. Doch ist der aus extraterrestrischer DNA geschaffene Todesengel nicht gänzlich verschieden und gebiert unterwegs eine Tochter. Diese wird vom arglistig als Armeeangehöriger getarnten Hochschullehrer Dr. Abbot (Robert Knepper, „Phantoms“) kurzerhand entführt, um im Keller seines Domizils eine vor jeglicher Krankheit gefeite Superrasse zu kreieren. Dabei helfen soll ihm Dean (Robin Dunne, „The Skulls II“), aufsässiger wie fähiger Primus des von Abbot betreuten Semesters. Allerdings lässt sich Sara (Sunny Mabrey, „The New Guy“), rasant heranwachsender Sprössling Eves, nicht so einfach kontrollieren, wie es das forschende Duo erwartet hatte.

Löcher hat „Species III“ wahrlich nicht in den Finanzhaushalt von MGM gerissen, derlei Flickschusterei behält sich der Film für seinen dünnen Plot vor. Und der hustet Fragezeichen am laufenden Band aus dem parasitären Uterus. Warum kann sich Dr. Abott kurz eine Uniform der US-Armee überwerfen, um die frisch gebrühte Ausgeburt der Henstridge durch die Botanik zu flanieren? Und warum will der geistlose Mann der Wissenschaft eine unkaputtbare Superspezies heranzüchten, wo uns die außerirdische Brut in den vorangegangenen Teilen doch noch schick vom Angesicht der Erde tilgen wollte? Viele Fragen, keine Antworten – statt Handlung gibt’s blanke Oberweiten und schleimiges Gewürm aus aufplatzenden Bauchdecken.

Bei den Monsterszenen übernehmen meist in Kautschuk getauchte Darsteller das Zepter, was der saft- und kraftlosen Billig-Sci-Fi den finalen Gnadenstoß verpassen könnte. Doch sind die Effekte gemessen am schmalen Budget nicht gänzlich missglückt. Auch versinkt „Species III“ nicht in völliger Langeweile, wenn der Streifen auch weder trashig noch ansatzweise originell daherkommt. Wie seine Inszenierung ist der Film durchweg auf TV-Niveau geeicht, somit nicht Fleisch nicht Fisch. Für den Heimkinobereich erscheint die Auswertung des hohlen B-Movies durchaus passabel, allerdings plätschert die wirre Handlung frei von Höhepunkten ihres Weges. Dabei scheitert das Unterfangen, den Mangel inhaltlicher Substanz durch erhöhten Anteil nackter Haut ersetzen zu wollen, kläglich – selbst wenn die Kurven der adretten Darstellerinnen weit mehr Schauwert besitzen als die kargen Darbietungen der übrigen Akteure.

Die Regie des renommierten Fernsehfilmers Brad Turner (u.a. „24“, „Stargate: Atlantis“, „Battlestar Galactica“) bleibt anonym und farblos, schlicht ohne eigenen Stempel oder eigentümliche Visualisierung. Inhaltsleere Dialoge und Zwischenschnitte auf wohl geformte Körperregionen mögen in anzüglichen Genres für Wallung sorgen, im Bereich der fantastischen Unterhaltung stößt das Prinzip an seine Grenzen. Es sei denn, die Kaffeekasse von MGM erübrigt eine weitere Faust voll Hartgeld, um diesem Rohrkrepierer auf das halboffene Finale ein weiteres verzichtbares Sequel folgen zu lassen.

Wertung: 2.5 Stars (2,5 / 10)

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