Silverstein – Dead Reflection (2017, Rise Records)

Sie sind einfach nicht totzukriegen. SILVERSTEIN machen immer weiter und weiter, wo andere Bands schon vor vielen Jahren den Stecker gezogen haben. Damit beweist die Band erst einmal großes Durchhaltevermögen, gepaart mit einer gesunden Prise Selbstbewusstsein. Doch auch wenn der Emo-Core (oder wie man ihn sonst auch gern noch nennen mag) schon lang keine große Rolle mehr spielt, die hiesigen Konzerte der Kanadier sind weiterhin mehr als gut besucht. Insofern können sie mit ihren stets nach gleichem Muster ablaufenden Alben ja eigentlich nicht so viel falsch machen.

Ihr neuntes Studioalbum „Dead Reflection“ jedenfalls hebt sich weder positiv noch negativ von ihren letzten Veröffentlichungen ab. SILVERSTEIN sind halt SILVERSTEIN, mit allem was dazu gehört. Die Hitlastigkeit von „Discovering The Waterfront“ erreicht das neue Werk – natürlich – nicht. Ein paar gute Songs können SILVERSTEIN jedoch weiterhin und scheinbar ohne große Probleme vorweisen. Der Opener „Last Looks“ zum Beispiel ist ein ziemliches Brett, bei dem Sänger Shane Told das gewohnte Singen/Schreien-Wechselspiel auffährt und man spätestens beim melodischen Refrain mit dem Kopf wackelt. Wer braucht da schon Veränderung?!

Manche Songs klingen genau wie vor zehn Jahren, an der Rezeptur haben die Kanadier also nur unwesentlich gearbeitet. Das so etwas aber auch gehörig in die Hose gehen kann, haben unlängst TAKING BACK SUNDAY bewiesen. SILVERSTEIN spielen wie ein Uhrwerk ihre Stärken mit souveräner Leichtigkeit aus. Ob nun etwas mehr im Midtempo Bereich („Lost Positives“) oder klarer und melodischer („Aquamarine“).

Wer es von damals bis hier hin ausgehalten hat, der wird auch „Dead Reflection“ in sein Herz schließen. SILVERSTEIN erfinden sich und das Genre-Rad nicht neu, liefern aber ein durchweg ordentliches Album ab, bei dem zwei, drei Songs sogar noch etwas deutlicher hervorstechen.

Wertung: 6.5 Stars (6,5 / 10)

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