Sharkenstein (USA 2016)

Erlaubt ist, was Spaß bereitet. Aber was geschieht, wenn das Vergnügen partout nicht geteilt werden kann? „Sharkenstein“ ist so ein Beispiel. Die Macher um Regisseur, Produzent und Cutter Mark Polonia („Land Sharks“) dürften sich ob der grundlegenden Idee sicher vor Lachen gekringelt haben: Ein aus verschiedenen Hai-Spezies zusammengepuzzeltes Monster, obendrein ein Experiment der Nazis, macht sich über Urlauber am Meer her. Zugegeben, das klingt nach einer potenziellen Trash-Granate. Nur entpuppt sich der Streifen als Amateur-Ramsch mit eklatantem Mangel an handfesten Schenkelklopfern.

An Schundfaktor mangelt es hingegen kaum, das belegt bereits der ins winterliche Deutschland des Jahres 1942 blickende Prolog. In dem wird auf Führers Geheiß ein Experiment gestoppt, bei dem Herz und Hirn von Frankensteins Monster den Endsieg sichern sollen. An der eiligen Verladung der ungeheuren Körperpartien ist auch ein Komparse mit Neuzeit-Turnschuhen beteiligt. Springerstiefel rangierten wahrscheinlich zu nah am Method Acting! Dass es der Sprung in die Gegenwart nicht besser macht, veranschaulicht Ken Van Sant. Der trug seine gnadenlos anachronistische Vokuhila-Haarpracht bereits in „Queen Crab“ zur Schau und besticht auch hier durch die mimische Strahlkraft eines halben Meters Bootssteg.

Als Hafenpolizist Duke Lawson ist es an ihm, vermisste Touristen zu beklagen, die Reste von Hai-Kadavern am Ufer aufzulesen und zwei alleinstehende Fußattrappen auf einem Pier zu erspähen. Im Gegensatz zum Gros der Wasser-Cops im Tier-Horror-Segment zeigt er aber immerhin so viel Weitsicht, unverzüglich die Strände zu sperren und vehement vom Badespaß abzuraten. Wie recht er damit hat, zeigt eine mit schmucken Tackerklammern veredelte Gummifinne, die auf der Suche nach Opfern beständig durchs Wasser pflügt. Das Monster geht auf Teutonen-Mad-Scientist Klaus (Jeff Kirkendall, „Bigfoot vs. Zombies“) zurück, der die konservierten Organe von Frankensteins Monster einem Hai eingepflanzt hat. Oder besser: einem Hai-Potpourri. Was auch sonst!

Die wenig erbaulichen (oder auch gnadenlos schlechten) Effekte gehen u. a. auf Brett Piper zurück, dessen ebenfalls überschaubar einnehmenden „Arachnia“ und „Queen Crab“ aber zumindest durch Stop-Motion-Monster Sympathiepunkte sammeln konnten. Hier regiert hingegen gnadenloser Schund-Charakter, wenn drei mittelalte Ausflügler, einer davon mit schräg auf dem Kopf platziertem Baseball-Cap, die Geschichte kapern. Teenager waren wohl aus, so dass kurzerhand deren Eltern herhalten mussten. Das Trio, aus deren Reihe aufgrund der üppigsten Relevanz für die weitere Geschichte einzig Madge (Greta Volkova, „Tales of Dracula“) Erwähnung verdient, erleidet Schiffbruch und stößt auf einer Insel auf den wirren Klaus. Der spannt seine Gefangenen (natürlich) sofort als Helfer ein, kann den Franken-Fisch aber nicht im Zaum halten.

Ein wenig Wonne stellt sich ein, als der Hai vom Blitz getroffen wird und mit muskelbepackten Vorderläufen an Land für Angst, Schrecken und schallendes Gelächter sorgt. Aber muss er sich dabei gleich an einer alternden Pornodarstellerin vergehen? So ist es schlussendlich an Duke und Madge, dem Koloss mit Dynamit Einhalt zu gebieten, das passenderweise in einem unverschlossenen Leuchtturm gelagert wird. So für alle Fälle. Wer über alberne Figuren, alberne Dialoge, albernes Gummi-Getier und viel Leerlauf hinwegsehen kann, erfährt möglicherweise Zwerchfellerschütterung mit Fremdschäm-Garantie. Mehr als ein paar Lacher und halbgare Anspielungen auf die Frankenstein-Filme der Universal- und Hammer-Ära bleiben auf der Habenseite allerdings nicht übrig.

Wertung: 1.5 Stars (1,5 / 10)

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