Shark Exorcist (USA 2015)

Amateurfilme haben ihren ganz eigentümlichen Reiz. Wenn sich die semiprofessionellen Macher von den beschränkten Möglichkeiten nicht abschrecken lassen und auch der Ironie ungezügelten Lauf lassen, kann daraus Spartenunterhaltung mit hohem Amüsement-Faktor werden. Die Betonung liegt auf „kann“. Die zweite Seite der Medaille sind Streifen wie „Shark Exorcist“. Bei ihnen stimmt einfach gar nichts. Zu wenig Tempo, zu wenig unfertiger Charme, zu wenig Rechtfertigung dafür, 70 Minuten seines Lebens achtlos zu vergeuden. Dabei hätte die Prämisse durchaus Raum für freudvollen Nonsens geboten. Wie weit dieses Ziel verfehlt wird, belegt bereits der Prolog, der eine Nonne am See der Kleinstadt Part’s Landing krude Beschwörungen absondern lässt.

Als Konsequenz treibt bald ein roter, jämmerlich gepixelter Hai mit gelb leuchtenden Augen sein Unwesen. Wer den Teufel in tierischer Gestalt für eine originelle Idee hält, irrt. Bereits in „King Kobra“ (1981) wählte der Leibhaftige die Form eines unscheinbaren Geschöpfes, um die Menschen das Fürchten zu lehren. Mit eher überschaubarer, gemessen am späten Nachahmer jedoch fast denkwürdiger Wirkweise. Denn Donald Farmer („Chainsaw Cheerleaders“), seines Zeichens Regisseur, Autor und Produzent, serviert mit seinem No-Budget-Schund Okkult-Tier-Horror ohne alles. Dass der am See aufkommende Wind manchen Dialog ein wenig unverständlich erscheinen lässt, darf ungeachtet der (verzeihlichen) technischen Unzulänglichkeit als willkommene Gegenmaßnahme verstanden werden – quasi „Die Rache der Natur“ für unsägliches Filmwerk.

Als Ali (Angela Kerecz, „Proximity to Power“) beim Bad im Gewässer vom satanischen Killerfisch attackiert wird, ereilt sie im Krankenhaus mysteriöse Blitzheilung. Ob es wohl daran liegt, dass der Angriff des Hais keinerlei Bisspuren hinterlassen hat? Fortan jedenfalls lockt sie ahnungslose Zeitgenossen in den See und führt sie der Bestie zu. Dabei lässt Farmer offen, ob die junge Frau dem maritimen Räuber lediglich dient oder sich gar selbst in diesen verwandelt. Von Belang ist dieser Aspekt allerdings nicht. Mehr schon, dass eines ihrer Opfer der Bruder des Geistlichen Michael (Kerecz Ehemann Bobby, „Deathwoods“) ist, der sich mit göttlichem Beistand und Alis Freundin Emily (Channing Dodson, „Cannibal Cop“) aufmacht, die Ursache zu ergründen. Bevor Michael zum Exorzismus ausholt, stellt die Besessene auf dem Rummelplatz aber ihrem untreuen Freund nach und entblößt dabei ein lachhaftes Haigebiss.

Die reguläre, rund einstündige Laufzeit, wird durch strapaziöse Dehnung (nicht nur der Fotospanner am See bleibt ohne Zusammenhang) zur gefühlten Unendlichkeit ausgeweitet. Damit nicht genug, folgt nach dem Abspann ein achtminütiger (!) Gang durchs Aquarium eines Einkaufszentrums. Kamera, Schnitt, Effekte, Darsteller, „Shark Exorcist“ ist ganzheitlich indiskutabel. Der Gipfel der Zumutung wird jedoch von Roni Jodah („Kill, Granny, Kill!“) erklommen, die als Teil der investigativen Reality-TV-Filmer „Ghost Whackers“ paranormalen Phänomenen nachspürt und spirituellen Kontakt zum Hai aufnimmt. Wer an Ketchup-Blut, lieblosen Fischattacken in kniehohem Wasser oder beiläufig grünem Okkult-Gekotze seine Freude findet, sei herzlich eingeladen, sich diese filmgewordene Unverschämtheit zu Gemüte zu führen. Die fürs Budget aufgebrachten 300.000 Dollar sieht man dem ärmlichen Streifen jedoch in keiner Sekunde an. Vor allem das will im Amateur-Sujet einiges heißen.

Wertung: 1.0 Stars (1,0 / 10)

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