Rebellen des Grauens (USA 1986)

rebellendesgrauens„Bist du schon mal in ´nem Tannenwald gebumst worden?“ – Tiefschürfende Rekrutenkonversation im dunklen Forst

Es gibt, dahingehend sollte eigentlich Konsens bestehen, saublöde Filme. Dieser Nonqualität zollen mitunter auch die inhaltlichen Zusammenfassungen der DVD-Verleiher Tribut. Dazu ein Beispiel aus dem Hause Best Entertainment:

„Sergeant Leona Hawkins ist eine Platoonführerin, die mit Ihrem Platoon auf einem Trainingsgelände Ernstfälle proben soll. Unter den Sergeants befindet sich auch Private Michael Osgood. Dummerweise wurde in derselben Gegend ein komplettes Dorf im „Civil-War“ zerstört und man hat alle Bewohner dadurch getötet, indem man sie durch ein Minenfeld laufen ließ. Doch die ehemaligen Bewohner des Dorfes kommen als Rebellenzombies zurück um sich zu rächen. Sie wollen das gesamte Platoon auszurotten.“

Was, ein Platoon? Neben sprachlichem Unvermögen und Rechtschreibschwäche fällt die Betonung der zwei Protagonisten auf, die von den „Star Trek“-Veteranen Nichelle Nichols (Hawkins) und Levar Burton (Osgood) gespielt werden. Nichols schrieb als Uhura auf der Ur-Enterprise TV-Geschichte, Burton mischte sich als Gordi Laforge unter die Besatzung aus „The Next Generation“. Dass beide in „Rebellen des Grauens“ nur Nebenparts übernehmen, versteht sich von selbst. Ihre Namen dienen als Zugpferde. Nur so recht ziehen wollen sie nicht.

Dafür sorgt Regisseur Armand Mastroiani für einigen Wohlklang. Mit italienischem Neorealismus hat er allerdings nichts zu tun. Sein Film ist duller Grusel-Trash ohne Mühe oder Atmosphäre. Die Soldaten mit Ferienlageraffinität campieren ausgerechnet auf einem Fleck gelben Waldbodens, der Wind bläst aus der Erde, schürt bei Uhura aber keinen Argwohn. Eine mysteriöse blonde Maid streift durchs Studiogehölz und lässt böses erahnen. Bis allerdings mal der erste „Rebellenzombie“ die faltige Omme aus dem Boden schält, läutet der Streifen bereits zur Halbzeit.

Als Sympathieträger Ellis soll sich Maxwell Caulfield („Sundown“) empfehlen. Wie dem übrigen Cast bleibt aber auch ihm nur der Einfalt Stimme und Gesicht zu geben.

Soldat I: „Hilf mir doch. Sie ziehen mich runter.“
Soldat II: „Wer zieht dich runter?“
Soldat I: „Weiß ich nicht. Zieh mich hoch.“

Mancher Dialog animiert noch zum Schmunzeln, der von Joel Soisson („Dracula 2000“) mitverfasste Mummenschanz bleibt aber ein stümperhafter Langweiler ohne Esprit. Schrecklich ist „Rebellen des Grauens“ also nur auf die strapaziöse Art. Die Untoten sind passabel verunstaltet, das Spiel mit Licht und Schatten bleibt ohne Wirkung. In seiner einschläfernden Art glatt ein Fall für die Hausapotheke.

Wertung: (2 / 10)

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