Queen Crab – Die Killerkrabbe (USA 2015)

Im Tier-Horror-Segment haben Filme über Killer-Krabben Exotenstatus. „Attack of the Crab Monsters“ (1957) verfügt als Frühwerk von Roger Corman zwar über einen gewissen Bekanntheitsgrad, blieb hierzulande bislang aber ebenso unveröffentlicht wie der wenig populäre „Island Claws“ (1980). Auf literarischem Terrain werden Befürworter mordender Krustentiere weit zufriedenstellender bedient. Dort hat Autor Guy N. Smith den „Killer Crabs“ zwischen 1976 und 2012 gar zur siebenteiligen Romanreihe verholfen. Der No-Budget-Streifen „Queen Crab“ (Alternativtitel: „Claws“) weckt unweigerlich Erinnerungen an seine Bücher. Wenn auch nur auf Basis verschiedener DVD-Cover. Nur sind die – wie so oft – weit besser als der Inhalt.

Die Verantwortung für Regie, Buch und Produktion trägt Brett Piper. Der hatte das Genre bereits mit „Arachnia“ (2003) heimgesucht und als einzigen Mehrwert putzige Stop-Motion-Animationen vorgebracht. Dieser Prämisse folgt er auch diesmal. Dabei wird allerdings schnell offenbar, dass auch seine märchenhaft angehauchte Variante klassischer B-Monsterstreifen am amateurhaften Look, überschaubar professionellen Schauspielern und einer Story krankt, die lahmer daherkommt als der Baufortschritt am Flughafen Berlin Brandenburg. So folgt dem sympathischen Trickfilmvorspann gähnende Leere – und ein Prolog, der zwei Dekaden in die Vergangenheit schweift.

In Crabbe Creek, irgendwo im ruralen Nirgendwo der USA, forscht ein Wissenschaftler nach der Möglichkeit, den Welthunger durch Wachstumsförderung auszuräumen. Des Forschers kleine Tochter Melissa verfüttert einen Teil der väterlichen Versuchssubstanz an ihre liebgewonnenen Krabbe Peewey, deren körperliche Dimensionierung darauf beständig aus dem Ruder läuft. Als die Eltern bei einer Laborexplosion den Löffel reichen, wird das Mädchen in die Obhut von Onkel Ray (Ken Van Sant, „Sharkenstein“) übergeben. Der ist nicht nur der örtliche Sheriff, sondern in der Gegenwart auch keinen Tag gealtert. Das ist geradewegs verblüffend, scheint seine Vokuhila-Kopfwolle doch schon in der einleitenden Rückbetrachtung hoffnungslos aus der Zeit gefallen.

Melissa, nun verkörpert von Michelle Miller („The Unwanted“), bewohnt noch immer den elterlichen Grund, tanzt gern nackt bei Mondschein am angrenzenden See und lockt die mittlerweile haushohe Krabbe an. Deren Spuren (zerfetzte Kuh, digital eingefügtes Loch in der Scheunenwand) bleiben auch Ray nicht verborgen. Also konsultiert er Stewart McKendrick (A.J. DeLucia), einen Biologen im Staatsdienst. Der stößt in der Natur bald auf das Exoskelett einer Riesenkrabbe und Spuren von Peeweys destruktionsfreudigem Nachwuchs. Der bringt schließlich von Ray angestachelte Klischee-Rednecks mit Flinten und Panzer auf den Plan. Im Streben, ihr monströses Schoßtier vor der Vernichtung zu bewahren, erhält Melissa jedoch Beistand von Stewart und Schulfreundin Jennifer (Kathryn Metz).

Obwohl nicht vollends sympathiefrei, strapaziert „Queen Crab“ den Geduldsfaden des Zuschauers mit fahrlässiger Ereignisarmut und inhaltsleeren Dialogen. Für Monster-Action fehlte offenkundig die Barschaft, also müssen es die überschaubar sehenswerten Darsteller richten. Nur ist diese Strategie bereits aufgrund des ärmlichen Skripts unweigerlich zum Scheitern verurteilt. Für Lichtblicke sorgen die Stop-Motion-Krabben, deren Erscheinung jedoch viel zu rar gesät bleibt, um hier noch irgendwelche Kohlen aus dem sprichwörtlichen Feuer zu holen. Die spirituellen Bande zwischen Melissa und Peewey bleiben als Fußnote Quatsch mit Soße und der Running Gag des geprügelten Trottel-Deputys Sonny (Richard Lounello, „Battledogs“) nutzt sich auch rasch ab. Trotz erkennbarer Ambition nichts weiter als verschenkte Lebenszeit.

Wertung: 2.5 Stars (2,5 / 10)

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