Planet of the Sharks (USA 2016)

Der „Planet der Affen“ war gestern. „Waterworld“ auch. Heute gibt es die Mischung aus beidem – nur eben ohne Primaten. Dafür mit versunkener Freiheitsstatue. Die neue Alphaspezies dieser überfluteten Welt bilden, na klar, Haie. Die haben sich nach Polkappenschmelze und Zivilisationszusammenbruch unkontrolliert vermehrt und machen den überschaubaren Menschheitsrudimenten das letzte bisschen Leben schwer. Die Grundidee von „Planet of the Sharks“ ist endzeitliche Resteverwertung auf Tierhorror-Basis. Von der Mockbuster-Schmiede The Asylum durfte kaum gegenteiliges erwartet werden.

Doch halt, etwas ist anders. Klammert man die trashige Prämisse und die bestenfalls mäßigen Effekte wohlwollend aus, versucht Regisseur, Autor, Kameramann und Cutter Mark Atkins („Sand Sharks“) tatsächlich, eine (verhältnismäßig) ernste Geschichte zu erzählen. Nur bleibt die von abgewrackten Typen, blitzsauberen Booten und sinnfreien Dialogen gesäumt – und einer postapokalyptischen Solidargemeinschaft, die keinen Platz für Piraten zu haben scheint. Qualität sieht also einmal mehr anders aus. Wer sich daran nicht bis zur Selbstauflösung reiben möchte, kann sich immerhin an eigenwillig verklebtem Ideenklau mit springenden Killerfischen ergötzen.

Der bringt, als die steigende Meerestemperatur die Fischbestände dezimiert, den Menschen auf den Speiseplan der Haie. Und weil die sich unter dem Einfluss eines großen weißen Exemplars mit blauen Leuchtpunkten zu einem gigantischen Schwarm formieren, scheint die Zukunft etwaiger schwimmender Siedlungen merklich getrübt. Doch es gibt ja noch die Forschungsstation Vestron, in der Dr. Shaw (Lindsay Sullivan) mit Kollegin Nichols (Stephanie Beran, „Killer Party“) und anderen Wissenschaftlern nach einem Weg sucht, die Erderwärmungstendenz umzukehren. Dafür schraubt das verbliebene Intellektuellenkollektiv an einer Rakete mit CO2-Wäscher. Was auch sonst?

Schauspielerisch kommt der Streifen ohne bekannte Gesichter aus. Trotz vereinzelten Anflügen von Overacting – bestes Beispiel: die von Angie Teodora Dick gespielte Schwimmstadt-Vorsteherin Joanne D’Amato (!) – bleiben größere Entgleisungen aber aus. Das üppigste Problem bildet eher der budgetbedingt eingeschränkte Rahmen. Die Welt am Arsch wird lediglich im Ausschnitt gezeigt, während der absehbar simple Plot vor Ereignisreichtum nicht gerade Purzelbäume schlägt. Um die Haie zu vernichten, soll der Schwarm mit einem Transmitter zu einem unter der Wasseroberfläche liegenden Vulkan gelockt und mit Hilfe eines Energiestrahls… Ach lassen wir das.

Neben dem „Weißen Hai“ wird auch „Deep Blue Sea“ zitiert, wenn Vestron am Ende langsam versinkt und die Haie eindringen. Mit Unterstützung von Bootsführer Barrick (Brandon Auret, „Tremors 5: Bloodline“) wird im Abseits von Flucht und Tod nach einem Weg gefahndet, die rettende Rakete zu starten. Ob die Bio-Energie des Rest-Schwarms da behilflich sein kann? Ein lohnenswertes Filmerlebnis ist „Planet of the Sharks“ sicher nicht. Aber wie so häufig: Es gibt Schlimmeres. Die Episode am Vulkan ist großer, von pseudo-wissenschaftlichem Geschwafel aufgeheizter Unfug, der Rest immerhin frei von Leerlauf abgespult. Wer’s denn unbedingt braucht, erlebt einen etwas besseren Sharksploitation-Vertreter.

Wertung: 4.0 Stars (4,0 / 10)

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