Outcast – Die letzten Tempelritter (USA/CN/CAN 2014)

Nicolas Cage mit Rüstung und Schwert? Das hatten wir doch schon. In guter Erinnerung blieb „Der letzte Tempelritter“ (2010) allerdings kaum. Ein Hindernis muss das jedoch nicht bedeuten. Zumindest nicht zwangsläufig. Denn betrachtet man die übrige Besetzung von „Outcast“, so sticht schnell Hayden Christensen ins Auge, der seine Karriere mit den „Star Wars“-Episoden zwei und drei mächtig ankurbelte und zugleich vor die Wand fuhr. In Nick Powells („Primal“) mäßig aufregendem Mittelalter-Spektakel spielt er noch vor Cage die erste Geige und stürzt sich in ein actionreiches Abenteuer von der Stange.

Im Orient des 12. Jahrhunderts sind Jacob (Christensen) und Gallain (Cage) schlecht frisierte Kreuzritter. Bei der Erstürmung eines Palastes nimmt der junge Heißsporn Jacob willentlich den Tod von Frauen und Kindern in Kauf. Der ältere Gefährte stellt sich dagegen. Dabei zeigt sich schnell, was von den Actionszenen zu halten ist: wacklig gefilmtes, markig jugendfreies Kampfgetümmel mit hektischen Schnitten und ohne inszenatorische Reizpunkte. Dass Powell etatmäßig Stuntman ist, sieht man seinem mit chinesischen Geldern finanzierten Werk nur bedingt an. Immerhin Kostüme und Ausstattung überzeugen. Aber da sind ja noch die Frisuren. Und von Pseudo-Tiefsinn kündende Dialoge.

Drei Jahre später hat es Jacob, des Tötens in Gottes Namen überdrüssig, nach China verschlagen. Dort wollte auch Gallain hin. Ob das Drehbuch die beiden in der Fremde wohl wieder vereint? Bevor es soweit ist, greift Jacob in die Frage nach dem Nachfolger des sterbenden Herrschers ein. Denn der übergibt die Regentschaft an seinen jüngsten Sohn Zhao (Bill Su Jiahang) und zieht den besonnenen Teenager damit dem älteren, kriegstreiberischen Kämpfer Shing (Andy On, „Blackhat“) vor. Zum Schutz wird der Junge mit Schwester Lian (Lu Yifei, „The Forbidden Kingdom“) fortgeschickt. Der zürnende Shing tötet daraufhin seinen Vater, schiebt die Schuld auf Zhao und jagt ihm hinterher. Schließlich trägt der ein königliches Siegel bei sich, ohne das die Thronbesteigung unmöglich erscheint.

Da im alten China glücklicherweise jeder Englisch spricht, stellen sich für den traumatisierten und Opium-vernebelten Jacob keine Verständnisschwierigkeiten ein. Er steht Zhao und Lian, der er natürlich näher kommt, im Kampf gegen Shins Häscher bei und regt an, bei den Bergbanditen um den mysteriösen „White Ghost“ um Unterstützung zu werben. Wer sich dahinter verbirgt, sollte klar auf der Hand liegen. Dabei macht Cage seinem Status als „Mr. Overacting“ mit wirr verzerrtem Gesicht und Schlangen an den Händen wieder alle Ehre. Hinter dem soliden Christensen bleibt er jedoch nur prominentes Beiwerk. Höhepunkte sucht man in diesem formelhaften, in seinem Auskommen klar abgesteckten Standardwerk trotzdem vergebens. Rüstung und Schwert sollte Cage lieber an den Nagel hängen.

Wertung: 4.5 Stars (4,5 / 10)

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