Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel (USA 2014)

Bei Angstzuständen in den Abendstunden ist eine normale Reaktion, für ausreichend Licht zu sorgen. Nicht so im Horrorfilm. Dort begeben sich die todgeweihten Protagonisten meist genau dorthin, wo sich diese oder jene Gefahr durch Geräusche ankündigt. „Ouija“ geht sogar noch einen Schritt weiter: Als die offensichtlich aufgewühlte Debbie (Shelley Hennig, „Teen Wolf“) allein zu Haus weilt und sich bedroht fühlt, löscht sie nach und nach sämtliche Lichter im Haus. Kurz darauf baumelt sie vom Treppengeländer des Obergeschosses – ironischerweise erhängt mit einer Lichterkette.

Das Spiel mit Schatten und der Bedrohung aus dem Dunkeln ist auch in Stiles Whites (schrieb u. a. die Drehbücher zu „Know1ng“ und „Possession“) Mystery-Thriller von immenser Bedeutung. Nur wirkt es zu kalkuliert und durchschaubar. Suggestive, gern durch Spiegelflächen unterstütze Kameraeinstellungen helfen zwar, eine gewisse Spannung aufrecht zu erhalten, das sich an gängigen Motiven des J-Horror abarbeitende und von White mit der bewährten Partnerin Juliet Snowden erdachte Skript hat in Summe aber kaum mehr zu bieten als flachen Geisterbahn-Grusel im Twentysomething-Milieu.

Der Grund für Debbies Ableben ist ein Ouija-Brettspiel, dem selbst die verzehrenden Flammen des Kamins nichts anhaben können. Das Spiel, ein Dachbodenfund im Haus von Debbies Eltern, fällt ihrer besten Freundin Laine (Olivia Cooke, „Bates Motel“) in die Hände. Um Antworten über die Hintergründe des vermeintlichen Suizids zu erhalten, versucht sie mit Freund Trevor (Daren Kagasoff, „Red Band Society“), Schwester Sarah (Ana Coto, „Viral“), Kumpanin Isabel (Bianca A. Santos, „Little Dead Rotting Hood“) sowie Debbies Freund Pete (Douglas Smith, „Vinyl“) per Ouija Kontakt zum Geist der Toten aufzunehmen. Tatsächlich erhalten sie Antwort. Nur geraten sie damit ins Visier einer durchtriebenen Macht.

Zunächst erhält die Clique der Reihe nach eine Freundschaftsanfrage aus dem Jenseits: „Hi Friend“. Dass dem Schrecken, der durch ein Geister-Mädchen mit zugenähtem Mund als deren Mutter ausgewiesen wird, aber nicht an Vernetzung gelegen ist, verdeutlicht bald der nächste Schein-Selbstmord. Seine effektivsten Szenen findet der Film, wenn durch die böse Präsenz Augen milchig werden und die Reihe der Hauptfiguren ausgedünnt wird. Die Eltern sind bei der Bewältigung des Problems naturgemäß keine Hilfe. Also werden sie einfach auf Dienstreise oder in den Urlaub geschickt.

Dass Cleverness bei „Ouija“ als Beifahrer ausscheidet, verdeutlicht die Rolle der mexikanischen Haushälterin. Denn die ist natürlich mit okkulten Kräften vertraut und weiß aus der Distanz genau, was zu tun, um dem Spuk ein Ende zu setzen. Eine falsche Fährte wird durch die in einer Heilanstalt untergebrachte letzte Hinterbliebene (Lin Shaye, „Insidious“) der Geister gelegt. Aber auch diese Ergänzung wirkt so klischeehaft wie unoriginell. Was Whites von Michael Bay („Transformers“) produziertes Regie-Debüt die Solidität entzieht, ist neben der Geschwätzigkeit der Hang, alles erklären zu wollen. Dass Laine auf selbstgefilmte Aufnahmen von Debbie stößt, die sie das Ouija-Brett beim Hausputz finden lassen, ist der Banalität dann doch zu viel. Das hat man alles bereit dutzendfach überzeugender vorgesetzt bekommen.

Wertung: 4.0 Stars (4,0 / 10)

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