On Another Planet – Remember Me (2018, DIY)

Die Seele des Künstlers lechzt nach Entfaltung. Schließlich ist die Triebhaftigkeit des kreativen Schaffens nur schwerlich zu bremsen. Ermessen lässt sich das unter anderem daran, dass vielen Musikern das Korsett einer Band oder einem Projekt zu eng erscheint. Zu diesem Kreis darf auch Stefan Neugebauer gezählt werden, Frontmann der Kölner Indie-Rocker ROVERBOY. Unter dem Namen ON ANOTHER PLANET treibt es ihn aktuell auf Solopfade. Erstes Zeugnis dieser Entwicklung: die digital und als 7″-Vinyl vorgestellte Single „Remember Me“.

Auf der findet sich, neben dem in instrumentaler Bandanmutung (bis auf Drums und Percussions spielte Neugebauer sämtliche Bestandteile selbst ein) präsentierten Titelstück, der ursprünglich für ROVERBOY geschriebene Song „Rocket to the Moon“. Der, vorgetragen in akustischer Variante, erhält durch Mehrstimmigkeit, Piano und Trompete eine melancholisch schwelgerische Note. Die hörenswerte B-Seite unterstreicht den Singer/Songwriter-Charme von ON ANOTHER PLANET. Stellvertretend für die stilistische Ausgestaltung zukünftigen Materials dürfte aber vorrangig „Remember Me“ erscheinen, das klaren, sympathisch unaufgeregten Indie-Rock mit sympathischem 90’s-Einschlag bietet.

Die Nummer ist eine Zeitreise und als solche auch textlich (mit „Zurück in die Zukunft“-Verweis) gestaltet; als klarer Höhepunkt fungiert dabei die tiefschürfende Zeile: „You don’t know nothing about time warp singularities.“ ON ANOTHER PLANET pendelt sich irgendwo zwischen der Erhabenheit früherer Grand-Hotel-Van-Cleef-Outputs und den unvergesslichen WEAKERTHANS ein. Als Appetithappen erfüllt „Remember Me“ seinen Zweck damit ausgezeichnet – mit der unvermeidlichen Konsequenz, dass man mehr davon möchte. Es bleibt zu hoffen, dass sich dieser Wunsch mit der Seele des Künstlers deckt. Bis zum nächsten Mal!

Wertung: (7,5 / 10)

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