Officer Downe (USA 2016)

„I will show them the law.“ – Officer Downe

Officer Terry Downe sorgt für Gerechtigkeit, Tag für Tag, Kugel für Kugel. Er ist die Geheimwaffe der Polizei von „Motherfucking L.A.“ gegen das organisierte Verbrechen – und Teil eines geheimen Experimentes, das seinen geschundenen, meist toten Körper nach jedem Einsatz ins Leben zurückholt. Ermöglicht wird die übernatürliche Prozedur durch eine Gruppe Motoneuronen-Erkrankter, deren telekinetische Kräfte in einer Maschine gebündelt und auf Downe übertragen werden. Klingt krude und zugleich politisch unkorrekt? Ist es auch. Viel mehr als das hat die Verfilmung des Comics von Joe Casey und Chris Burnham allerdings nicht zu bieten.

Die Fronten werden im animierten Prolog geklärt. Auf der einen Seite die „Fortune 500“, drei mächtige Mobster mit Tiermasken, auf der anderen Officer Downe. Dass es zu keiner Konfrontation zwischen den Widersachern kommt, ist nur ein Versäumnis des von Casey selbst verfassten Drehbuchs. Dessen Umsetzung besorgte Shawn Crahan, Gründungsmitglied der Nu-Metal-Band Slipknot. Der inszeniert die Abwandlung des klassischen „RoboCop“-Themas als grell-splattrigen Action-Overkill mit Orgasmus-Counter, explodierenden Köpfen und jederzeit ersichtlichem Budgetrahmen. Der visuelle Stil erinnert mal an dreckige B-Filme wie „Hobo With a Shotgun“ und mal an Produktionen der TROMA-Schmiede. Das könnte für überdrehte Spartenunterhaltung bürgen, reicht über das Stadium eines Brainstorming-Protokolls aber selten hinaus.

So fehlt es an (fast) allem. Das beginnt bereits bei Hauptdarsteller Kim Coates („Sons of Anarchy“), der als schnurbärtige Kampfmaschine zwar eine ansehnliche Figur macht, abseits der brutalen Actionszenen jedoch keinerlei Profil entwickeln kann. Sein Officer Downe bleibt eine weitgehend roboterhafte Vigilanten-Fleischhülle mit Sonnenbrille und abgestandenen Einzeilern. Die vereinzelt aufblitzenden Emotionen wirken da geradewegs deplatziert. Als Manko der Story entpuppt sich Polizei-Grünschnabel Gable (Tyler Ross, „V/H/S 2“), der von der Vorgesetzten (Luna Lauren Velez, „Dexter“) Downes Unterstützungsteam zugeteilt wird und gleich beginnt, sich bestehenden Regeln zu widersetzen. Der Fokus wird damit oftmals von der eigentlichen Attraktion des Streifens abgezogen.

Wenn Downe mit absurd großen Feuerwaffen und einem gepanzerten Truck als Einsatzfahrzeug gegen kriminelle Nonnen (mit dabei: Alison Lohman, „Drag Me to Hell“) und anderes Gesindel zu Felde zieht, kommt durchaus Freude auf. Zumindest momentweise. Denn die zappelige Kamera und Schnitte in Videoclip-Manier lassen Teile des Geschehens lediglich erahnen. Der beste (Meta-)Gag gehört dem schwarzen Super-Killer Zen Master Flash (Sona Eyambe, „Wolf Warrior“), der sein zunächst untertiteltes Kauderwelsch selbsttätig auf synchronisiertes – im Stile alter Asien-Importe kaum lippensynchrones – Englisch stellt. Die Beteiligung von „Crank“-Schöpfer Mark Neveldine als Produzent ließ auf ein formal vergleichbares Niveau hoffen. Etwaigen (B-)Qualitätsstandards, und seien sie auch noch so niedrig gestaffelt, wird Shawn Crahan aber bestenfalls momentweise gerecht. Schade eigentlich.

Wertung: 3.5 Stars (3,5 / 10)

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