Offerings (USA 1989)

Hey Kids, bereit für die volle Dröhnung billigen 80’s-Slashers? Dann ist „Offerings“ genau euer Film! Oder auch nicht. Denn der alberne „Halloween“-Abklatsch kann durchaus stellvertretend für den Niedergang des einst so erfolgreichen Sub-Genres herangezogen werden: kein Budget, keine Ideen und ein dummdreist abgekupferter Plot. Viele Elemente aus John Carpenters wegweisendem Klassiker wurden ungeniert plagiiert – darunter der Score. Nur greift der von Christopher Reynolds („Lethal Justice“) gedrehte, erdachte und montierte Streifen nie über C-Movie-Niveau hinaus. Die Schauspieler geben sich amateurhaft, das Gros der Szenen wirkt sterbenslangweilig und das Tagewerk des Killers vollzieht sich meist abseits der Kamera. Mehr als ein insgesamt abschreckendes Beispiel springt dabei nicht heraus.

Ende der Neunzehnachtziger wäre selbst ein solider Schlitzerfilm einer Überraschung gleichgekommen. Na gut, die Ikonen Freddy Krueger und Michael Myers legten mit ihren jeweils vierten Auftritten anno 1988 achtbar nach, während sich Kollege Jason Voorhees im selben Jahr mager durch Part sieben metzelte. Reynolds Abklatsch ist aber selbst von dieser Qualität weiter entfernt als die oben erwähnten klassischen Leinwand-Metzger vom Rentenbescheid. Dafür legt er eine ordentliche Schippe Trash-Appeal auf, die bereits in der irrsinnigen Einleitung für schallendes Gelächter sorgt: Denn der Auftakt gehört einer Mutter, die beim Kochen zwischen Nagetierzähnen Kippe pafft und dem stummen Sohn Asche ins Essen rührt.

Der Knabe hört auf den Namen John Radley, ist ein sozialer Außenseiter und pflegt, so lässt es die Erzeugerin in einem Nebensatz fallen, das befremdliche Hobby der Kleintierquälerei. Was er wohl mal wird, wenn er groß ist? Die einzige, die John wie einen Normalo behandelt, ist Gretchen. Aber auch sie kann nicht verhindern, dass er von einer Gruppe Rowdys in einen Brunnenschacht gestoßen wird und einen jedes Reuegefühl tilgenden Hirnschaden (nebst schlicht aufgetragener Gesichtsnarbe) davonträgt. Zehn Jahre später sitzt John (Richard A. Buswell) in einer geschlossenen Anstalt ein und vegetiert sediert vor sich hin, bis ihn wieder der Hunger packt. Wurde schon erwähnt, dass er seine Mutter getötet und gegessen hat? Auch dieser morbide „Beigeschmack“ wird beiläufig  eingestreut. Bloß nicht zu viel zeigen. Es könnte ja Geld kosten.

Als das Pflegepersonal vergisst, dem Feinschmecker die tägliche Dosis Gefügigkeit zu verabreichen, macht John den Michael Myers. Er spaziert stoisch aus der Anstalt, klettert über den Elektrozaun, bis die Griffel Funken schlagen, und macht sich auf ins kleinstädtische Zuhause. Dort Häckselt er sich durch Gretchens (Loretta Leigh Bowman) Freundeskreis, der passenderweise aus jenen Missetätern besteht, die ihm den Brunnensturz bescherten, und bringt ihr abgetrennte Körperteile als Geschenk. Katzen zeigen ihre Zuneigung schließlich auch durch das Darbringen toter Vögel. Hier mal ein Finger, dort eine Nase. Dazu gibt’s Gratis-Pizza für die Teenies – natürlich mit Fleischbelag. Woher der wohl stammt?

Machen wir uns nichts vor: „Offerings“ ist ein richtig mieser Streifen. Dabei hätte der konsequente Dreh an der Absurd-Schraube einige Versäumnisse wettmachen können. Beispiel gefällig? Wenn John in der Garage sein erstes Opfer zerlegen will, versagt erst die Kettensäge den Dienst und danach der Bohrer. Also wird der Schädel – als billiges Schattenspiel – mit einem Schraubstock gesprengt. Auch der Totengräber oder Deputy Buddy hätten ob des hemmungslosen Overactings weit mehr Augenmerk verdient gehabt. Aber nein, stattdessen gibt es den dicken Sheriff (G. Michael Smith). Der ist zwar alarmiert, denkt aber nicht daran, Gretchen und Freundin Kacy (Elizabeth Green) in Sicherheitsverwahrung zu nehmen. Dafür staunt er nicht schlecht, wenn die Morde durch Johns einziges gesprochenes Wort schlussendlich als flammender Akt der Liebe entblößt werden. Schenkst du mit dein Herz? Hier hast du ein Ohr. Dann doch lieber zum x-ten Male „Halloween“ schauen.

Wertung: 2.0 Stars (2,0 / 10)

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