Nezulla – The Rat Monster (J 2003)

nezulla-the-rat-monsterEs gibt sie noch diese Filme, deren stümperhafte Umsetzung nahezu sprachlos macht. „Nezulla – The Rat Monster“ muss man sehen, um ihn zu glauben. Aber wer will das schon? Der dem klassischen Tier-Horror entliehene Plot um eine genetisch manipulierte Ratte, die in den Räumlichkeiten einer verlassenen Forschungsstation ihr Unwesen treibt, ist Aufhänger eines grenzdebilen Amateurprodukts, das nachhaltige Erinnerungen an Brad Sykes „Death Factory“ weckt. Die Sets schwanken zwischen brach liegendem Rohbau und dem Fahrradkeller des Produzenten, die Darsteller gestikulieren wild und glotzen dumm. Das Ergebnis könnte zumindest unfreiwillig erheitern. Zu lachen gibt es hier allerdings nichts.

Das Ungetüm, hervorgegangen aus einer Versuchsreihe zur Schaffung unbesiegbarer Supersoldaten, ist ein hochnotpeinliches Latexgeschöpf im aufrechten Gang. Klobig stapft es seiner Wege und trachtet einer Gruppe Soldaten nach dem Leben, die zur Tötung des Biests abkommandiert wurden. Als Träger eines tödlichen Virus hat es längst die Außenwelt in ihr Verderben gestürzt. Das führt zu einer überflüssigen Nebenhandlung, in der ein mit seinem Schicksal hadernder Arzt und eine von ihm heimlich begehrte Schwester den aussichtslosen Kampf gegen die Epidemie wagen.

Die von der Krankheit infizierten zeigen äußere Schadwirkung, die an Filzstiftpunktierung und die Haut benetzenden feuchten Sand erinnert. Die Schockwirkung des apokalyptischen Ambientes ist unverzüglich dahin, die theatralische Laiendarbietung nur einer von zahlreichen Sargnägeln eines durch und durch unterirdischen Machwerks. Formal ähnlich konzipierte Undergroundprodukte hat der japanische Film in den letzten Jahren häufiger hervorgebracht, man denke nur an „Stacy“ oder „Meatball Machine“. Kanta Tagawas uninspirierter Versuch eines futuristischen Horrorszenarios aber scheitert bei weitem nicht nur an seiner grenzenlos billigen Machart.

Wie Kaugummi werden nutzlose Handlungsfolgen aneinandergereiht und Begebenheiten ohne Sinn und Verstand eingeflochten. Erwähnenswert bleibt die Szene, in der die Soldaten merken, dass statt Feuerwaffen nur Feuerholz die Ausrüstungskiste füllt. Genutzt hätte es ohnehin nichts, ist das mannshohe Ungeheuer doch zu allem Überfluss auch noch kugelsicher. Übrig bleibt nur das Staunen. Kann das der Ernst der Macher sein? Tauglich ist der Film wohl nur als Drohung an die Bälger: Wehe du bist nicht artig, sonst gehen wir gleich nach Hause und gucken „Nezulla – The Rat Monster“. Aber derart ungezogene Kinder kann es unmöglich geben.

Wertung: 2 out of 10 stars (2 / 10)

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