New Found Glory – Makes Me Sick (2017, Hopeless Records)

Auch NEW FOUND GLORY sind keine 20 mehr. Das heißt, eigentlich schon. Denn in diesem Jahr feierte die Pop-Punk-Institution rundes Jubiläum: zwei Dekaden voll besungenem Liebesleid und/oder Teenager-Kapriolen, verpackt in einschmeichelnde Melodien auf punkigem Grund. Von der jungen Zielgruppe sind die Wahl-Kalifornier allerdings ein gutes Stück abgerückt. Zumindest textlich. Die Band ist mit ihrem Publikum gereift und hat die Zeit der „American Pie“-Soundtracks (und Major-Plattenverträge) hinter sich gelassen.

Davon kündet auch „Makes Me Sick“, der mittlerweile neunte Langspieler der Jungs. Zum Feiern lädt der, gerade gemessen am runden Geburtstag, jedoch nicht ein. Mit dem Opener „Your Jokes Aren’t Funny Anymore“ gehen es NEW FOUND GLORY solide an und auch das locker flockige „Party On Apocalypse“ dringt zufriedenstellend ins Ohr. Mit Punk, das wird schnell offenbar, hat das Ganze aber bestenfalls am Rande zu tun. Auf dem Programm steht eher Pop-Rock, zu dessen Untermalung gar auf Orgelbegleitung gesetzt wird. Das wirkt besonders dann abgeschmackt, wenn thematisch Herzschmerz in den Vordergrund rückt (exemplarisches Beispiel: „Short and Sweet“).

REGGIE AND THE FULL EFFECT haben sich auf diesem Wege zur ironischen Marke erhoben. Auf „Makes Me Sick“ wirken diese Anflüge jedoch wie pure Klischeebäder. Karibische Klänge schlägt der Fünfer beim weichgespülten Sommer-Geträller „The Sound of Two Voices“ an. Das Experiment in Ehren, gelungen ist es nicht. Vielmehr empfehlen sich NEW FOUND GLORY als die FLIPPERS des Pop-Punk. Zwar hält die Platte mit „Call Me Anti-Social“ oder „Happy Being Miserable“ veritable Gute-Laune-Nummern bereit, über mittelprächtiges Geplänkel ohne Biss reicht das Jubiläums-Album aber viel zu selten hinaus.

Wertung: 5.5 Stars (5,5 / 10)

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