Less Than Jake – Sound the Alarm (2017, Pure Noise Records)

Auch nach mittlerweile 25 Jahren auf dem Buckel zeigen LESS THAN JAKE keine Ermüdungserscheinungen. Allerdings trifft das mehr auf die kurzweiligen Live-Darbietungen der eingefleischten Ska-Punker zu als ihre jüngeren Platten. Denn die in den vergangenen 15 Jahren vorgelegten Langspieler durften meist zwischen Solidität und Belanglosigkeit einsortiert werden. Der beträchtliche Sympathiewert der Jungs aus Gainesville hat darunter jedoch nicht gelitten. So entfachte die Ankündigung einer neuen EP – und eines weiteren Labelwechsels – zwar keine Jubelstürme, weckte aber zumindest eine gewisse Neugier.

Große Veränderungen waren von „Sound the Alarm“, dem sieben Songs umfassenden Einstand bei Pure Noise Records, kaum zu erwarten. Bei LESS THAN JAKE weiß man eben immer, woran man ist. Entsprechend dürfte ihr erstes Studio-Output seit „See the Light“ (2013) auch keine enttäuschten Hörer zurücklassen. Begeisterte hingegen ebenfalls nicht. Das Gespann um das Sanges-Duo Chris DeMakes und den auch wieder produzierenden Roger Lima verwalten ihren angestammten Sound frei von neu erschlossenem Variationsspielraum. Das Tempo wird gern variiert, der Ska – wie beim gefälligen Auftakt „Call to Arms“ – auch mal wieder weitgehend vom (Pop-)Punk verdrängt. Gut ins Ohr geht die Scheibe durchweg, wobei es wahrlich keiner Überraschung gleichkommt, dass einem das Gebotene umfänglich bekannt vorkommt.

Nur soll das nicht bedeuten, LESS THAN JAKE würden ihre Trümpfe nicht souverän ausspielen. Eingängige Refrains, schicke Melodien und gemütliche, Bläser-lastigere Schunkel-Nummern wie „Whatever the Weather“ oder „Welcome to My Life“ bringen „Sound the Alarm“ locker über die Ziellinie. Bei den von Roger Lima gesungenen Stücken scheint auch wieder der subtile Hauch der Melancholie durch. Dabei wechseln sich Songs ruhigerer und schnellerer Gangart routiniert ab, ohne dass hier die ganz großen Hits geschmettert würden. Beiträge wie das abschließende „Things Change“ sollten im Rahmen ihrer enervierenden Bühnen-Shows aber dankbar abgefeiert werden. Eine insgesamt runde Sache, ob der allerdings niemand ernsthaft Alarm schlagen muss.

Wertung: 6.5 Stars (6,5 / 10)

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