Jay und Silent Bob schlagen zurück (USA 2001)

jay-und-silent-bob-schlagen-zurueckWas ist nur aus dem guten Kevin Smith geworden? Bereits „Dogma“ war eine Ecke schwächer als die Vorgänger, doch sein fünfter Streich „Jay und Silent Bob schlagen zurück“ ist nochmals ein Schritt in die falsche Richtung. In diesem versuchen die beiden Kiffbrüder Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Smith himself) einen Film über die Comic-Reihe „Bluntman & Chronic“ zu verhindern, für die sie immerhin als Vorlage dienen. Auf ihrem Weg von New Jersey nach Hollywood begegnen sie allerhand komischen Typen und werden schließlich sogar noch für die weltweit gefährlichsten Terroristen gehalten.

Kevin Smiths 1994 gedrehtes Regiedebüt „Clerks“ katapultierte den damals 23-jährigen an die Spitze des Amerikanischen Independent-Films. Damals für schlappe 28.000 Dollar produziert, avancierte der Film schnell zum Kult und die Menschheit machte das erste mal Bekanntschaft mit den Figuren Jay und Silent Bob. Der nachfolgende „Mallrats“ wurde (unberechtigterweise) von der Kritik eher negativ aufgenommen, doch dies änderte sich schon wieder bei „Chasing Amy“. Die Bibel-Satire „Dogma“ dann brachte den Durchbruch für Kevin Smith, in dem die vorher nur am Rande erwähnten Figuren Jay und Silent Bob erstmals größere Rollen bekamen. In seiner fünften Regiearbeit nun widmet Smith dem vulgären und jederzeit auf das andere Geschlecht fixiertem Jay und dem meist sprachlosen Bob einen ganzen Film. Dieser entpuppt sich leider als relative Niete, denn über neunzig Minuten verteilt können die beiden nicht so begeistern, wie sie es vor allem in ihren Kurzauftritten taten.

Hinzu kommt, dass der grandiose Wort- und Dialogwitz, der Smiths Werke vornehmlich ausmacht, einer anderen Art von Humor (nennen wir es einfach mal Klamauk) weichen mußte. Zu sehr fühlt man sich an „American Pie“ und Konsorten erinnert und auch die Spritzigkeit und Unbekümmertheit früherer Werke fehlt ein wenig. Doch der Film ist kein kompletter Reinfall, nur fast, denn die Menge an Anspielungen auf seine früheren Filme und auch die Unmenge von Stars in Kurzauftritten retten den Film vor der totalen Belanglosigkeit. So kommen z.B. Randal Graves (Jeff Anderson) und Dante Hicks (Brian O´Halloran) aus „Clerks“ zu kleinen Rollen, Jason Lee darf wieder Banky aus „Chasing Amy“ mimen und auch Ben Affleck ist als Holden McNeill dabei.

Ebenso haben Shannon Doherty, Matt Damon und Joey Lauren Adams kurze Auftritte, die allesamt auch schon mit Smith zusammengearbeitet haben. Dazu gesellen sich „Star Wars“-Helden vergangener Tage, Mark Hamill und Carrie Fisher, aber auch Will Ferrell, Shannon Elizabeth, James van der Beek, Jason Biggs, Wes Craven, Gus Van Sant und und und. Wer also seine erste Begegnung mit einem Film von Kevin Smith hat, wird es schwer haben die ganzen Andeutungen und Anspielungen auf Charaktere und Inhalte seiner vorherigen Werke zu verstehen. Die meisten Gags außerhalb des Smith-Kosmos wollen dann auch irgendwie nicht zünden, irgendwann geht einem das permanente Geseiere von Jason Meeves über Mösen, Schwänze und Ficken (Ha Ha) auf die Nüsse. Die finale Tanzeinlage der beiden ist auch eher der Kategorie „überflüssig“ zuzuordnen. „Jay und Silent Bob schlagen zurück“ ist der mit Abstand schwächste und flachste Film von Kevin Smith, da sollte es eigentlich nichts dran zu rütteln geben. Alle anderen, für die der schon erwähnte „American Pie“ oder auch „Road Trip“ eine filmische Offenbarung ist, werden sicherlich ihren Spaß an den Flachwitzen haben. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich Smith für seinen nächsten Film gehörig etwas einfallen lässt und sich auf seine eigentliche Stärken besinnt.

Wertung: 4.0 Stars (4,0 / 10)

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