Jackass 3D (USA 2010)

jackass-3dAuch die Jungs von Jackass mussten sich für ihren neuen Film etwas einfallen lassen. Ein weiterer Streich im gewohnten Format wäre wohl selbst eingefleischten Fans etwas zu wenig gewesen. Vor allem, weil man gefühlt schon alles gesehen hat. Die einfachste und derzeit medienwirksamste Lösung fiel auf die Umsetzung in 3D. Fans dieses Mediums sei dieser Film trotzdem nur eingeschränkt zu empfehlen, denn die Ekelgrenze war bei einem „Jackass“-Film wohl nie höher.

Ist eine Steigerung des zweiten Teils überhaupt noch möglich? Vielleicht in gewisser Hinsicht, zumindest aber verlässt sich die chaotische Riege häufig auf bekanntes und variiert bereits irgendwie und irgendwo schon einmal gesehene Gags. Allerdings bekommt der Film durch die 3D-Brille eine ganz andere Bedeutung. Die Schmerzen werden greifbarer und transparenter, wenn Gesichter sich in Zeitlupe nach Schlägen verformen. Irgendwann hält man die Hand vor das Gesicht, aus Angst,  die fliegende Penisattrappe würde ihr Ziel wirklich treffen. Schon wegen solcher Szenen und der damit verbundenen technischen Umsetzung gewinnt der Film an Reiz.

Wie man nun zu all den Fäkalien stehen mag, die aus allen erdenklichen Körperöffnungen herausschießen, muss jeder selbst wissen. Als erstes Aufeinandertreffen mit Jackass taugt dieser Film gewiss nicht. In Zeitlupe wird der Ausbruch eines Vulkans mit Scheiße aus dem Darm von Dave England simuliert, Bam Margera pinkelt ungeniert diverse Crewmitglieder an und nicht nur Steve-O darf in gewohnter Manier durch die Gegend kotzen, wenn er den gesammelten Schweiß von Preston Lacey als Cocktail zu sich nimmt. Letzteres ist man in ähnlicher Art gewohnt, dass aber Fäkalien so ins Zentrum rücken eher weniger. Spaß macht das ganze Theater natürlich trotzdem. Eine inszenierte Schlägerei diverser Wee-Mans in einer Kneipe ist grandios, wenn selbst die herbeieilenden Polizisten und Sanitäter kleinwüchsige sind. Auch der wildgewordene Bock, der vor allem Chris Pontius diverse Male mit seinem Kopf rammt, sorgt für Gelächter. Der nach hinten tretende Esel sowieso.

Auch die übergroße High-Five-Hand zu Beginn ist ein Highlight. Im Gegensatz zu den anderen Filmen hat „Jackass 3D“ wenig Füller zu bieten. Die Ausflüge des auf alt getrimmten Johnny Knoxville mögen zwar immer noch in diese Kategorie fallen, wirkten zuvor aber deutlich langatmiger. Eine Steigerung was die körperlichen Exzesse angeht ist „Jackass 3D“ dann aber überraschenderweise nicht geworden. Gewiss auch kein Rückschritt, aber zugunsten der technischen Umsetzung musste hier zumindest niemand sterben. Fakt ist, in 3D machen die Jackass-Jungs richtig viel Laune, auch wenn man über einen gefestigten Magen verfügen sollte. Im Endeffekt ist alles aber gar nicht so schlimm, denn egal wie weh es tut, alle lachen. Schmerz kann eben so lustig sein. Angesichts des als Rückschau inszenierten Abspanns aber wohl zum letzten Mal.

Wertung: 7.5 Stars (7,5 / 10)

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