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Aiden (Interview Oktober 2006)



Was bildet man nicht alles für Erwartungen, wenn man sich im Vorfeld eines Interviews über eine Band informiert. Und wenn man es dann mit einer Band wie AIDEN zu tun hat, deren Erwähnung stets in Verbindung zur optischen Ausdrucksweise verbunden ist, rechnet man zwangsläufig mit dem schlimmsten. Umso langweiliger war es dann, als uns in der Kneipe des Untergrounds ein normal gekleideter und - bis auf dezent schwarz gefärbte Fingernägel - ungeschminkter Jake, Hauptberuf Schlagzeuger, gegenüber sitzt.

Zwanzig Lenze zählt der Jungspund, und die wurden erst vor kurzem erreicht. „Wir haben meinen Geburtstag im Anschluss an unsere Show in Hamburg gefeiert. Gelandet sind wir in einer Karaoke-Bar auf der Reeperbahn und alle haben mir Getränke ausgegeben. Ein schöner Abend, aber kein schöner nächster Tag.“ Tja, so sind sie, die amerikanischen Rockstars. Befinden sich auf Deutschlands Sexmeile Nummer Eins und besaufen sich in einer Karaoke-Bar.

Aber es sind ja immer noch Musiker, auch wenn das Auftreten der Band, insbesondere verkörpert durch Sänger Wil, doch hier und da vom Wesentlichen abweicht. „Gut, dieses ganze Zeug gehört für uns zur Show dazu, es ist ja schließlich auch eine Art von Entertainment. Allerdings spielt die Musik bei uns ganz klar die Hauptrolle.“ Das mag man nicht immer glauben, wenn man das ganze Drumherum betrachtet. Nicht selten werden hier Parallelen zu MY CHEMICAL ROMANCE gezogen. „Der Vergleich mit MY CHEMICAL ROMANCE ehrt uns natürlich sehr. Aber wir sehen uns jetzt nicht als eine Kopie von ihnen.“ Während die erwähnten Ende Oktober ihr neues Album „The Black Parade“ veröffentlichen, versorgen AIDEN ihre Fans pünktlich zu Halloween mit der EP „Rain in hell“, die unter anderem drei neue Songs, als auch Coversongs von BILLY IDOL („White Wedding“) und ihren großen Vorbildern den MISFITS beinhalten wird. Über die weitere Entwicklung, auch angesichts einer neuen Platte, hält sich Jake noch ein wenig zurück. „Wir werden uns nicht großartig ändern oder unseren Stil komplett neu ausrichten, aber musikalisch sind wir alle wesentlich besser geworden mit der Zeit. Wir werden AIDEN auf dem neuen Album bleiben, dennoch ist es für uns wichtig uns weiter zu entwickeln. Ich denke, das wird man dann auch merken. Bevor es aber richtig an die Arbeit geht, werden wir noch ein paar Monate auf Tour sein, ich schätze vor Anfang nächsten Jahres wird nichts passieren.“

Als Grund für die Wartezeit kann ganz einfach mangelnde Zeit genannt werden, die intensive Bemühungen rund um das Thema Songwriting zunichte machte. „Wir sind jetzt schon seit 15 Monaten auf Tour.“, bestätigt Jake. „Dabei waren wir auch schon zweimal in Deutschland, einmal mit BULLET FOR MY VALENTINE und einmal mit THE HURT PROCESS.“ Diesmal bestreiten die Amerikaner somit ihre erste Headliner-Tour in Europa, was freudig kundgetan wird. „Wir sind jetzt schon ein bisschen aufgeregter als sonst. Schließlich sind wir jeden Abend zur Bestleistung gezwungen, da die Leute überwiegend wegen uns zur Show kommen. Wir haben zwar schon einzelne Shows als Headliner gespielt, aber eben noch nie eine ganze Tour. Auch nicht in den Staaten!“ Diesmal sind noch die Labelkollegen von WATERDOWN dabei. „Wir mögen die Jungs sehr gerne. Es macht riesig Spaß, mit ihnen auf Tour zu sein, dies ist ja nicht das erste Mal. Wir haben glaube ich, schon vorher viermal oder so mit ihnen gespielt. Heute Abend ist aber leider schon die letzte Show der Tour.“

Die letzte Show der Tour bietet immer die Gelegenheit für ein paar Schweinereien auf der Bühne, die an diesem Abend jedoch ausblieben. Ebenso wie das Opening der UK-Shows, denn dort entstieg Sänger Wil zu Beginn des Auftrittes einem Sarg. Angesichts derzeitiger Diskussionen der Versuch eines Tabubruchs? „Bisher hat sich noch nie jemand über diese Geste beschwert. Leider konnten wir ihn (den Sarg, Anm.d.Red.) diesmal nicht mitnehmen, da wir dafür bei unseren Shows in Deutschland einfach zu wenig Platz auf der Bühne haben.“ Vielleicht auch ganz gut so, MADONNA erhielt wegen ähnlicher Gesten nicht nur hierzulande eine ordentliche Medienschelte.

So jung AIDEN auch sind, ihre Fans sind noch mal einige Jahre jünger. Inwieweit hier musikalischer Anspruch und Entertainment beieinander liegen, bleibt Auslegungssache. Nicht selten fiel jedoch der Name TOKIO HOTEL am heutigen Abend, zumindest bei den Anwesenden über 24 Jahren.

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