Menu Content/Inhalt

Hauptmenü

Home
Cd Reviews
Film Reviews
On Stage
Und sonst
Kontakt
- - - - - - -
- - - - - - -
- - - - - - -

Statistiken

Home Und Sonst Interviews

Anti-Flag (Interview April 2006)



Mit „For Blood and Empire“ haben ANTI-FLAG im März ihr Major-Debüt veröffentlicht und allen Kritikern, die nach dem Weggang von „Fat Wreck“ bereits mit den Messern wedelten, allen Wind aus den Segeln genommen. Ende Januar waren sie mal wieder bei uns zu Gast und auch wenn dort das neue Album noch nicht so im Fokus stand, ging es im munteren Gespräch mit Drummer Pat natürlich auch um „For Blood and Empire“ sowie dessen politischen Hintergrund.

Hallo Pat, schön Dich wieder einmal zu sehen. Wie läuft die Tour? Alle Gigs sollen ja ausverkauft sein.

Es läuft großartig! Anders kann ich es nicht sagen. Ich bin immer wieder überrascht wie gut es für uns bei Euch läuft, aber das sage ich Dir ja nicht zum ersten Mal (lacht). Wir spielen drei Songs des neuen Albums und auch hier bin ich sehr froh, denn die Leute nehmen diese sehr positiv auf und gehen schon gut mit.

Ich hab heute Morgen das Album bekommen und so ca. dreimal gehört. Dabei blieben die Stücke „The Press Corpse“ und „This is the End“ sofort hängen.

Das hab ich jetzt schon öfter gehört, dass freut mich natürlich. Aber ich glaube das sind auch die Songs, die am eingängigsten sind und deswegen sicherlich am markantesten erscheinen.

Wie ist es für Euch die neuen Stücke nun zu spielen? Seid Ihr ein wenig nervös weil die Leute die Stücke noch nicht kennen und die Anspannung vielleicht ein wenig größer ist. Schließlich ist es Euer Major-Debüt.

Nein, nervös sind wir nicht. Ich glaube, dass sich jeder wohl mehr Gedanken zu uns gemacht hat, als wir selbst. Wir sind immer noch die gleichen Jungs wie vorher auch. Ich mag es natürlich wenn die Leute die Songs kennen und darauf abgehen, aber genauso spannend kann es auch sein, die Reaktionen bei neuen Songs zu beobachten. Das macht schon Spaß und wir spielen ja nun auch zum Großteil alte Songs und nicht nur neue Stücke.

Wie sind die Aufnahmen zu „For Blood and Empire“ gelaufen? Hat sich beim Arbeitsprozess irgendetwas verändert?

Nein, wir haben nichts verändert oder anders gemacht. Eigentlich ist es gelaufen wie bei allen Alben zuvor auch. Ehrlich. Wir haben die Songs geschrieben bevor der Vertrag zustande kam und wir haben ihn auch erst unterzeichnet, als alles so war, wie wir es unbedingt haben wollten. Wir dachten auch als wir in der Schreibphase waren, dass wir das Album bei „Fat Wreck“ veröffentlichen würden. Es war ja nicht unbedingt geplant zu wechseln. Das kam dann halt erst später, als wir mit dem Schreiben der Songs bereits begonnen hatten. Mit unserem Produzenten Dave Schiffmann hatten wir bislang nicht zusammengearbeitet, aber das war eigentlich dann die einzige große Veränderung.

“The Terror State“ wurde ja von Tom Morello produziert. Stand es mal zur Diskussion das er wieder Euer Produzent sein würde?

Wir hatten mal darüber gesprochen, er ist schließlich ein guter Freund von uns. Aber er steckte dann selbst in Aufnahmen und hatte eine Menge zu tun, so dass er deswegen nicht zur Verfügung stand.

Textlich beinhaltet Euer neues Album wieder einiges an Zündstoff und ihr sprecht viel mehr Themen an, als noch bei „The Terror State“. Gab es irgendwelche Restriktionen oder Einschränkungen von Eurem neuen Label?

Einschränkungen? Nein! Das war auch der Grund warum wir diesen Vertrag unterschrieben haben. Es stand von Anfang an fest, dass wir völlig freie Hand haben würden. Wir hatten jederzeit die Kontrolle und konnten das Album so machen, wie wir es wollten. Sie waren während des ganzen Prozesses gar nicht groß involviert. Sie kamen irgendwann ins Studio, hörten sich unsere Songs an und sagten „O.K., klingt gut“.

Musikalisch sind mir nach den ersten wenigen Eindrücken nicht so viele Unterschiede aufgefallen. Wo siehst Du Unterschiede?

Du siehst keine großen Unterschiede? Ich frag das die Leute dann immer. Wo sind für Dich denn die Unterschiede?

Ich denke der Gesang ist besser. Es klingt schon so, als hätte Justin an sich gearbeitet. Dies ist zwar im Laufe der Zeit immer besser geworden und von der leicht schrägen Stimme ist nicht mehr so viel übrig.

Das ist interessant. Klarer sagst Du. Kann schon sein, dies wird aber auch von vielen gesagt das der Gesang besser klingen würde. Ich finde man versteht nun besser was er singt, was vorher nicht immer der Fall war. Es ist nun leichter dem Inhalt zu folgen.

Und wo sind nun für Dich die Unterschiede?

Wir hatten mehr Zeit zur Verfügung als bei jedem Album davor. Wir konnten Dinge zu Ende machen die wir vorher nicht machen konnten. Der Sound klingt finde ich auch besser, wobei unser Produzent und auch die Techniker gesagt haben, man könne dies und das noch anders machen. Aber wir haben gesagt „Nein“, wir wollen das nicht, wir finden das gut so (lacht). Wir hätten also auch ganz anders klingen können, aber so wollten wir es machen. Und ich finde die Snare Drum klingt besser als jemals zuvor.

Auf „For Blood and Empire“ packt Ihr mehr Themen an als noch auf Eurem letzten Album. Wodurch es textlich abwechslungsreicher wird. War es Euch wichtig nach dem eindeutigen Statement von „The Terror State“ nun mehr Themen anzusprechen?

Wichtig? Ich weiß nicht, so würde ich es vielleicht nicht nennen. Es waren halt Themen die uns bewegt haben und über die wir dann geschrieben haben. Es ist im Endeffekt sicherlich abwechslungsreicher, da verschiedene Dinge angesprochen werden, aber dies stand für uns nicht im Vordergrund.

Wie siehst Du aktuell die Lage im Irak?

Die Leute sehen bei uns allmählich, dass man sie von vorne bis hinten verarscht und belogen hat. Es kommen immer mehr Lügen ans Tageslicht und die Leute wachen aus ihrer Lethargie und ihrem blinden Gehorsam auf. Dies finde ich natürlich gut, aber es sterben immer noch täglich Leute im Irak, so dass sich ja nicht viel dort getan hat. Die Menschen hassen die Amerikaner dafür. Auch mich, denn ich bin schließlich auch einer. Ich kann sie sogar irgendwie verstehen, die ganze Welt weiß schließlich wie verlogen dieser ganze Feldzug war.

Was glaubst Du wie die Rolle der USA im aktuellen Iran-Konflikt sein wird? Das was dort abgeht ist ja auch alles andere als beruhigend.

Das ist auch alles sehr grausam und macht wirklich Angst. Meine Informationen waren ja die, dass die USA bereits im letzten Oktober mit Bombardements auf den Iran beginnen wollten. Jetzt haben wir Januar und es ist noch nichts passiert, aber ich bin fest davon überzeugt, dass dies in den nächsten Monaten passieren wird.

Während europäische Staatsoberhäupter sich derzeit äußerst engagiert in ihrer Iran-Haltung zeigen, kommt von Bush nicht so viel. Chriac zum Beispiel hat auch den Einsatz von Atomwaffen in Erwägung gezogen.

Das hat er? Das habe ich jetzt noch nicht gehört, aber seit einigen Tagen bekomme ich auch gar nicht mehr so viel mit was in der Welt geschieht. Es wirkt vielleicht hier so als wenn Bush ruhiger geworden wäre, aber er hat seine genauen Ziele und Pläne. Davon kannst Du ausgehen.

Kommen wir doch wieder zu Eurem Album. Worum geht es in den Song „The W.T.O. kills farmers“?

In dem Song geht es um einen mexikanischen Farmer, der sich der Ausbeutung nicht weiter beugen wollte und sich umgebracht hat, als Zeichen sozusagen, dass der kleine Bauer von den Großen unterdrückt wird. Das ist der Hintergrund.

Welches ist für Dich der wichtigste Song des Albums? Musikalisch wie textlich?

Es gibt einige Songs, aber ich glaube „The Press Corpse“ ist der wichtigste Song des Albums. Er behandelt ein Thema was unglaublich wichtig ist. Für uns in den USA vielleicht etwas mehr als bei Euch. Es geht eben darum nicht alles zu glauben was die Medien einem vorgaukeln möchten und das es auch noch Alternativen zu der „normalen“ Berichterstattung gibt, die häufig voll von Lügen und Unwahrheiten ist. Der Song hat für mich eine unglaublich wichtige Botschaft und ist dazu noch ein unglaublich eingängiger und starker Song.

Was haben Eure alten Kollegen von „Fat Wreck“ zum Album gesagt?

Sie fanden es gut, wir haben es ihnen geschickt. Toby der dort arbeitet hat auch unsere Bio geschrieben und es kamen nur positive Resonanzen. Es sind super Leute und Freunde dort.

Was sind noch Deine Wünsche für das Jahr 2006?

Viel auf Tour zu sein und gute Shows zu spielen. Meine Freundin macht nicht Schluß mit mir und Bush verliert im Kongress. Wir verschwinden aus dem Irak und es gibt keinen Krieg mit dem Iran. Dies sind so meine Wünsche für 2006.

Ist von Euch jemand verheiratet? Weil Du Deine Freundin schon erwähnt hast.

#2 ist verheiratet. Ich bin seit ca. 10 Jahren mit meiner Freundin zusammen, Justin ist etwa seit 4 Jahren mit seiner Freundin zusammen und Head ist seit 12 oder 15 Jahren schon in einer Beziehung. Es ist immer schwierig wenn man als Musiker so lang weg ist, aber insgesamt sind wir da glaube ich sehr bodenständig (lacht). Auf Tour ist man weg, als wir in L.A. aufgenommen haben waren es drei Stunden bis nach Pittsburgh. Es ist nicht einfach, aber immer wieder schön nach Hause zu kommen.



.

Only registered users may post a comment.

There are currently no user submitted comments.




powered by Simple Review