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Aiden (Interview Oktober 2005)




Gute Kritiken, respektable Verkaufszahlen und einen Deal mit „Victory Records“ – besser könnte es für AIDEN und ihr Zweitwerk „Nightmare Anatomy“ kaum laufen. Nach erfolgreichem Support von SILVERSTEIN auf deren UK-Tour beehrten die fünf Kajal-Krieger aus Seattle im Oktober zum ersten Mal auch deutsche Lande. Im Vorprogramm von THE HURT PROCESS gastierten AIDEN in Berlin, wo ich die Jungs vor ihrem Auftritt im Magnet Club zu einem kurzen Plausch im Hinterzimmer traf. Die eigentliche Überraschung des Gesprächs war weniger das schematische Abspulen vorgefasster Antworten, als vielmehr die kampflose Auslieferung der Band an die Spielarten des Corporate Rock. Wie an Fäden geführte Sprechpuppen begrüßten es AIDEN mit Bands wie MY CHEMICAL ROMANCE in eine Schublade geworfen zu werden und betonten Ausdrücklich ihre ehrfürchtige Verbundenheit zu A.F.I. – quasi die Solidarität der Schminke. Enormen Spaß beschert den Jungs nach eigenen Aussagen auch das Drehen von Videos. Mit „Knife Blood Nightmare“ und „The Last Sunrise“ gibt es bereits zwei audiovisuelle Auskopplungen des aktuellen Albums zu verzeichnen, was in der Tradition von „Victory”-Outputs allerdings eher der Norm denn persönlichem Profilierungsdrang entspricht. Dessen ungeachtet erscheint mir auch jetzt noch kaum nachvollziehbar, dass ausgerechnet das Posieren vor der Kamera bei gleichzeitiger Vortäuschung instrumenteller Betätigung ein derartiges Gefühlshoch erzeugen soll.

Aber AIDEN – allen voran Sänger und Wortführer Will Franco – klammerten sich fest an die Klischees ihres steilen Aufstiegs und wurden nicht müde zu unterstreichen, wie plötzlich die sprunghafte Entwicklung über die Band hereingebrochen war. Den Kontakt zu „Victory“ verdankt das Quintett im übrigen STRIKE ANYWHERE, mit denen AIDEN im Zuge der Veröffentlichung ihres Debüts „Our Gangs Dark Oath“ – Veröffentlicht über „Dead Teenager Records“ – einige Shows absolvierten und die in erster Instanz eine Lanze für die vielversprechenden Newcomer brachen. Der Rest ist Geschichte. Von der kurz zuvor beendeten Großbrittanien-Tour an der Seite von SILVERSTEIN wussten AIDEN ausschließlich positives zu berichten und wiesen auf die rapiden Unterschiede zwischen dem Publikum in den USA und Europa hin. Während die Besucher in den Staaten Konzerte oft teilnahmslos verfolgen, wären die Kids in unseren Gefilden weit bewegungsfreudiger und energischer. In Deutschland soll dies gerade der Tourauftakt in Saarbrücken gezeigt haben, wo die Fans jede Silbe von „Nightmare Anatomy“ frenetisch mitgesungen hätten. Wiederholt wies Will auf die für Januar anberaumte Europatour hin – voraussichtlich mit AIDEN als Headliner. Bassist Nick Wiggins erwähnte zum Abschluss noch einmal, dass ihn die übrigen Jungs dem Schoß einer anderen Band entrissen hätten. Deren Namen wollte er zwar nicht preisgeben, doch freute sich der Fünfer diebisch über die kleine Geheimniskrämerei. Es sei ihm gegönnt, auch wenn die Antwort mit BENT KACTIS nachhaltig unspektakulärer ausfällt als vielleicht zu erwarten wäre. Eine durchaus sympathische Band mit seltsamer Anbiederungsmentalität an die Spielarten des Screamo-Hypes. Eine Spur weniger glatt hätte mir mehr ehrlich gesagt mehr behagt – aber vielleicht war es auch nur der Schreck über den HIM-Aufkleber auf Wills Notebook.

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