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Haywire

Review von Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst , 20.07.12


Cover „The motive is always money.“ - Kenneth

Es ist eine harte Woche für Mallory Kane. Mehrfach fliegt sie von Amerika nach Europa und wieder zurück. Ihr Job verlangt das. Denn Mallory ist Geheimagentin. Eine äußerst toughe noch dazu. Sie operiert im Auftrag eines privaten Unternehmers, der von Regierungen und Geheimdiensten eingeschaltet wird, wenn eine unmittelbare staatliche Beteiligung nicht möglich erscheint. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Etwas an ihrem letzten Einsatz scheint faul. Plötzlich sind ihr Polizei und Staatsschutz auf den Fersen. Vertrauen kann sie niemandem. Mit dem Rücken zur Wand, geht Mallory in die Offensive.

In komprimierter Form verspricht der Plot Rasanz und Action. Aber „Haywire“ ist nur auf dem Papier adrenalingeschwängertes Thriller-Kino im Stile der „Bourne“-Filme. Genau das versuchte der Verleih allerdings zu suggerieren. Entsprechend groß war die Enttäuschung vieler Zuschauer. Dabei hätte man es besser wissen können. Denn das Skript des britischen Autors Lem Dobbs („Kafka“, „The Limey“) verfilmte kein geringerer als Steven Soderbergh. Zwar drehte der „Ocean’s Eleven“ (nebst den beiden Sequels), ist aber sonst eher auf unkonventionelle und eigenwillig erzählte Werke wie „Ché“ oder „Contagion“ abonniert.

Entsprechend wenig setzt er bei der clever konstruierten Verschwörung auf die Klischees des Actionkinos. Die Hauptrolle erforderte trotzdem eine starke körperliche Präsenz. Die relativ unbekannte Kampfsportlerin Gina Carano („Blood and Bone“) wirkt deshalb ideal besetzt. Vor allem, weil sie neben der rauen auch die verletzliche Seite Mallorys herausarbeitet. Der Beginn zeigt sie in einem Landstraßenrestaurant. Kollege Aaron (Channing Tatum, „Der Adler der neunten Legion“) versucht sie auszuschalten. Vergeblich. Auf ihrer Flucht entführt sie den jungen Scott (Michael Angarano, „Red State“). Ihm erzählt sie ihre Geschichte.

In Barcelona sollte sie auf Geheiß ihres Chefs und Ex-Geliebten Kenneth (Ewan McGregor, „Perfect Sense“) einen chinesischen Journalisten befreien. Nach ihrer Rückkehr in die USA wird sie unverzüglich nach England geschickt, wo sie mit dem britischen Geheimdienstler Paul (Michael Fassbender, „Shame“) Unternehmer Studer („Die fabelhafte Welt der Amelie“-Regisseur Mathieu Kassovitz) beschatten soll. Doch Paul versucht sie zu töten. Mallory flieht und versucht die Hintergründe des Komplotts gegen sie aufzudecken. Eine Beteiligung Kenneths scheint klar. Aber wer sind die wahren Hintermänner?

„Haywire“ kommt mit dosiertem Actionanteil aus, wobei sich Soderbergh nie auf die Stilisierung der beiläufigen Gewalt einlässt. Trotzdem bleibt die komplexe, jedoch sympathisch unaufgeregt ausgebreitete Geschichte von einer grundlegenden Lässigkeit erfüllt, die an die Werke von Autor Elmore Leonard erinnert, aus dessen Feder Soderbergh „Out of Sight“ verfilmte. Die prominente Besetzung, die auch Michael Douglas („Traffic“), Antonio Banderas („Frida“) und Bill Paxton („Titanic“) einschließt, tut ihr übriges, um diesen elegant gegen den konventionellen Strich Hollywoods gebürsteten Agenten-Thriller durchweg sehenswert zu gestalten.


Autorwertung: 7.0 von 10 Punkten

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