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The Wolfman

Review von Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst , 23.02.10


Cover „Even a man who is pure in heart and says his prayers by night, may become a wolf when the wolfbane blooms, and the autumn moon is bright.“ - Manche Dinge ändern sich nie: Maleva

Die Idee zum Remake des Grusel-Klassikers „Der Wolfsmensch“ war eine Zufallsgeburt. Im Haus von Schauspieler Benicio Del Toro („Che“) stieß Produzent Rick Yorn („Gangs of New York“) auf ein Poster des Films und schlug vor, gemeinsam eine Neufassung zu wagen. Gesagt getan. Die beiden wurden beim Universal Studio vorstellig und stießen auf einhellige Begeisterung. Del Toro übernahm die Hauptrolle und fungierte mit Yorn auch als Produzent, für die Umsetzung des Skripts von Andrew Kevin Walker („Sleepy Hollow“) und David Self („Road to Perdition“) wurde „Jurassic Park III“-Regisseur Joe Johnston verpflichtet.

Der macht vieles richtig, wenn er die vom Original deutlich abweichende Geschichte im Look an die düsteren Meisterwerke Tim Burtons anlehnt. Von dessen märchenhafter Aura ist Johnsons konventionell geratenes Horror-Drama trotz hübsch finsterer Optik und viktorianischer Ausstattung jedoch weit entfernt. Zwar geizt „The Wolfman“ nicht mit blutigen Schauwerten und neben den Make Up-Effekten von Genre-Ikone Rick Baker („An American Werewolf in London“) überzeugen auch die Darsteller. Doch mangelt es dem Film bei aller formalen Überzeugungskraft vor allem an Spannung. Auch die Anteilnahme des Zuschauers wird, anders als beim 1941 mit Lon Chaney Jr. treffend besetzten Original, durch flache Figuren nur bedingt geweckt.

Als gefeierten Bühnenschauspieler Lawrence Talbot verschlägt es den betont bierernsten Del Toro nach Jahren zurück ins finstre englische Heimatstädtchen. Anlass gibt ein Brief von Gwen (Emily Blunt, „Der Krieg des Charlie Wilson“), der Verlobten seines Bruders, die ihn über dessen Verschwinden aufklärt. Den Verbleib aber erörtert bereits die stimmungsvolle Eingangssequenz, in der der Vermisste im nächtlichen Wald von einem Werwolf zerfleischt wird. So dauert es nicht lange und die Leiche von Lawrences Bruder wird gefunden. Der schwört die Tat aufzuklären, wird jedoch bald selbst von dem Ungeheuer angefallen und gebissen. Mit absehbar verheerenden Folgen.

Fortan versucht ihn der entfremdete Vater (routiniert: Anthony Hopkins, „Bram Stokers Dracula“) auf dem stattlichem Anwesen gegen die argwöhnische Landbevölkerung und Scotland Yard-Spürnase Abberline (groß: „Matrix“-Schurke Hugo Weaving) abzuschirmen. Neben der in ihm schlummernden Bestie plagt Lawrence aber auch die schrittweise Erschließung eines schrecklichen Familiengeheimnisses. Das große Problem ist das Drehbuch, das die holzschnittartigen Protagonisten ohne Tiefenwirkung durch ihr Schicksal treibt. Eine Romanze zwischen Lawrence und Gwen darf nicht fehlen, die Anlehnungen an das klassische Original – u.a. durch Zigeunerin Maleva (Geraldine Chaplin) – genügen einfach nicht, um die dramaturgischen Schwächen dieses einnehmend gestalteten und trefflich fotografierten Klassiker-Neubaus gänzlich auszubügeln.


Autorwertung: 6.0 von 10 Punkten

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