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04.02.2010 - Dropkick Murphys / Sick Of It All / The Mahons - D´dorf Philipshalle

Review von Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst , 05.02.10


St. Patrick´s Day in Düsseldorf. Let´s Go Muryphys, Let´s Go! Grün war es an diesem kalten Donnerstagabend vielleicht nicht, dafür aber war die Stimmung gewohnt gut. Die Rufe nach den heutigen Helden waren schon gegen sieben auf der Oberbilker Allee zu hören. Anfangs sah es in der wenig einladenden Mehrzweckhalle aber noch nach einem überschaubaren Rahmen aus. Locker konnte man durch die Reihen schlendern und den Rest von THE MAHONS genießen. Diese machten – gut aufgelegt – bei den Anwesenden schon ein bisschen Stimmung. Musikalisch passten sie zum Headliner, hatten auch sie Akkordeon und Flöte mit im Gepäck. Mehr als zwei Songs waren uns aber nicht vergönnt, früh begann nämlich die Chose.

Pünktlich um viertel nach acht das Kontrastprogramm. Die alten HC-Helden von SICK OF IT ALL ließen irischen Folk links liegen. Vor allem Gitarrist Pete gab mal wieder die Rampensau und zeigte jedem Jüngling wie man auch mit über 40 noch über die Bühne fegen kann. Sänger Lou – mit leichtem Bauchansatz – gab den Sympathikus vom Dienst und quatschte in den ihnen zugestandenen vierzig Minuten mehr mit dem Publikum als der Headliner in der doppelten Zeit. Etliche Hits gab es natürlich zu hören, Gewinner des abends war wohl „Step Down“. Doch auch „Built To Last“ und natürlich „Scratch The Surface“ kamen erwartungsgemäß an. Ein paar Spielchen da noch, dort dann drei Grazien als Tänzerinnen im Hintergrund oder ein fast unbekleideter Showtänzer. Es stimmte einfach, die Band hatte Spaß und auch das Publikum. Das beliebte Cover „Borstal Breakout“ fand auch noch seinen Weg ins Set. Noch vor neun war Schluss, aber auch dank einem ordentlichen Sound war es ein mehr als gelungener Auftritt der New Yorker.

Und dann wurden die zahllosen „Let´s Go Murphys“-Rufe auch endlich erhört. Die Halle wurde immer voller und letztlich waren es geschätzte 5.000-6.000 Menschen die sich das folgende Spektakel anschauen wollten. Das Bühnenbild glich einer Kathedrale und bei gutem Sound legte die Band furios los. Und das Publikum stand Kopf. Zeitweise war der gesamte Innenraum in Bewegung, spätestens jedoch als „I´m Shipping Up To Boston“ als vorletzter Song gespielt wurde. Tumultartige Szenen spielten sich ab, in positiver Hinsicht natürlich. Ein betrunkenes Kollektiv im absoluten Freudentaumel, vor allem wenn die folklastigeren Stücke gespielt wurden. Inbrünstig wurde mitgesungen, vor allem als „The Wild Rover“ auf dem Programm stand, wobei man hierzulande halt immer die Schenkelklopfervariante „An der Nordseeküste“ von Klaus & Klaus im Kopf hat. Ebenfalls ein großartiges Schauspiel, „The Dirty Glass“, mit weiblicher Gastsängerin, die Frontmann Al Barr und Basser Ken Casey um den Finger wickelte.

Die Musiker tauschten permanent die Instrumente, mal mit Gitarre, dann Akkordeon und dann wieder etwas anderes. Monotones Spielverhalten sieht wohl anders aus. Al Barr sprach nur wenig, dann aber weitgehend auf Deutsch. Sympathisch so was. Zum Ende hin durfte die Bühne dann von den Mädels gestürmt werden, während die Jungs beim Überqueren der Zielgeraden mit „Skinheads On The MBTA“ auch noch mal ran durften. BROILERS Frontmann Sammy wurde auch noch auf die Bühne geholt und durfte bei „I´m Shipping Up To Boston“ mitwirken. Nach neunzig Minuten war dann aber endgültig Schluss. Egal ob man auf Folk steht oder nicht, eine Show der Bostoner ist einfach ein unglaubliches Erlebnis. Mehr Stimmung ist im Grunde nicht - oder nur schwer - möglich.

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