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Tokyo Gore Police

Review von Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst , 14.12.09


Cover Japanischer Grotesk-Splatter in amerikanischem Auftrag: Die Produktionsfirma Fever Dreams und der DVD-Vertreiber Tokyo Shock hatten mit „Machine Girl“ eine Kollaboration angestoßen, die den Titel „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ sichtbar verschob. Denn zumindest in Sachen geschmacklicher Grenzüberschreitung wäre ein solcher Film (selbst im Underground) außerhalb Japans wohl kaum denkbar gewesen. Wirklich überzeugend geriet der Streifen zwar nicht, durch despektierliche Ideenfülle und übertriebene Grausamkeit fand er jedoch großen Anklang. Eine Fortsetzung dieser nach westlicher Vorstellungskraft ausgebreiteten Nippon-Klischees eröffnet sich in „Tokyo Gore Police“.

Für die zweite Co-Produktion konnte Yoshihiro Nishimura (als Make Up-Artist und Effektdesigner u.a. beteiligt an „Suicide Circle“ und jenem „Machine Girl“) gewonnen werden, der neben Regie und Schnitt auch die Spezial- und Gore-Effekte sowie das Design der skurrilen Engineers übernahm. Im Deutschen schlicht Maschinen genannt, verfügen diese menschlich erscheinenden Kreaturen über die Gabe, ihnen zugefügte Wunden in tödliche Waffen zu verwandeln. Statt neuer Beine wuchert da schon mal ein Krokodilmaul aus dem Torso und auch ein abhanden gekommener Penis wächst in Übergröße und mit enormer Feuerkraft nach.

Einhalt gebieten soll den Mutanten die privatisierte Tokioter Polizei, in deren Reihen sich die kampferprobte Ruka (Eihi Shiina, „Audition“) bewährt hat. Bevorzugt mit dem Samurai-Schwert schlägt sie ihre Feinde in Stücke, was das Kunstblut wieder gleich hektoliterweise aus Armstümpfen, aufgeschlitzten Bäuchen oder geöffneten Hälsen spritzen lässt. In der hiesigen Fassung blieb vom skurrilen Gemetzel allerdings nicht viel übrig. Bald acht Minuten fielen der Schere zum Opfer. Beinharte Filmfreaks sollten also auch diesmal wieder zu ausländischen Alternativ-Fassungen greifen.

Mit knapp 110 Minuten Spielzeit (im Original) ist Nishimuras Splatter-Fest zwar deutlich zu lang, immerhin aber hochwertiger als besagter „Machine Girl“ geraten. Optik, Kostüme und Tricks sind ebenbürtig preisbewusst, doch bietet „Tokyo Gore Police“ einfach mehr als trashig stumpfes Abgeschlachte in überdrehter Comic-Manier. Schärfe erhält der anarchische Zukunftsentwurf durch eingeschobene Gewalt-Werbespots und eine flippige Polizeisprecherin, die das gesetzlich legitimierte Töten verteidigt. Ruka wird es damit letztlich nicht schwer gemacht, neben den Engineers auch die korrupten Kollegen auszumerzen. Ein (dankbares) Stück mehr als der übliche Partyfilm also.


Autorwertung: 6.5 von 10 Punkten

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