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Airpeople (Interview November 2009)



 Zwar seid ihr im heimischen Independent keine unbeschriebenen Blätter, stellt euch und aber doch trotzdem eingangs kurz vor.

Oliver: Tja...AIRPEOPLE. So alle zusammen. In Stücke zerlegt sind das Florian Brandel, David Blumann, Oliver Hengel, Marco Premm und – seit der vergangenen Tour – auch noch Oliver Bersin. Bis auf den Herrn Bersin haben wir alle auch schon früher gemeinsam in verschiedenen Bands Krach gemacht. Mit AIRPEOPLE fingen wir Anfang 2007 in Hamburg an. Erst noch zu dritt, hat sich Marco ziemlich schnell in Trier reingeschlichen und ab da wurde und wird regelmäßig in Köln geprobt.

Euer kürzlich veröffentlichtes Debütalbum „The Golden City“ kommt ohne Gesang aus. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Oliver: Wir haben da im Vorfeld eigentlich nie groß drüber gesprochen. Zusammen Musik machen war das Ziel. Und da keiner von uns ein ausgesprochener Sänger ist hat auch niemand gesungen. Allerdings wird in einem unserer neuen Stücke gegen Ende sogar eine Zeile gesungen. Wir hegen keine ausgesprochene Abneigung gegen Gesang. Im Gegenteil. Ich mag eine Menge Krams, wo der Gesang wichtiger ist als alles andere. Und in all unseren alten Bands wurde ja auch gesungen. Vielleicht gibt es nichts Wichtiges mehr zu sagen. Und ständig nur über verflossene Lieben singen ist ja auf Dauer auch nicht wirklich heilsam.

 Ausgehend von der titelgebenden goldenen Stadt geht es auf eine sphärische Reise um die Welt. Welche Assoziationen wollt ihr mit den scheinbar willkürlichen Stationen wecken – und was verbindest du selbst mit den verschiedenen Orten?

Oliver: Wenn ich mir das so recht überlege... eigentlich gar nichts. Die Stücke stehen in keinerlei Beziehungen zu ihren Namen. Willkürlich, wie du schon sagst. Aber so können wir bei Konzerten eine Setlist schreiben und jeder weiß, welches Stück als nächstes gespielt wird. Sicher ist es hin und wieder recht amüsant, wenn man in Rezensionen liest, was die Einzelnen hier städtetypisches rauszuhören glauben. Nur war ich bis heute nur in einer einzigen der aufgeführten Städte und da wären das wohl eher reichlich klischeebehaftete Assoziationen als wirkliche emotionale Verbindungen. Wir haben uns keine Stadt ausgesucht und dann gesagt „jetzt lass uns mal die Straßen von blabla vertonen“. Die Stücke waren irgendwann da und dann wollten sie auch einen Namen wie jedes andere Lied auch. Ab jetzt gibt’s aber auch keine Städtenamen mehr.

Der Reiz des Instrumentalen (ohne Vocals) liegt in der individuellen Auslegung und Erfahrung des Rezipienten. Aber welche Geschichte, welche Episoden, wollt ihr mit „The Golden City“ tatsächlich erzählen?

Oliver: Ach herrje, was ´ne tiefgründige Frage. Da müsste ich zu lange überlegen, um irgendwas halbwegs Glaubhaftes zu erklären. Man trifft sich, werkelt gemeinsam an einer Idee und im Idealfall haben alle am Ende ein Lächeln auf ihren Gesichtern. Woher dieses Lächeln genau rührt wird aber auch auf ewig das Geheimnis jedes einzelnen bleiben.

Wie würdest du euren Stil, und damit verbunden auch eure Einflüsse umreißen?

Oliver: Das mit dem Stil überlasse ich mal gerne anderen Menschen, die eine Genre-Abteilung für ihr Plattenregal oder ihre mp3-Sammlung benötigen. Mir ist ziemlich egal wie das genannt wird. Einflüsse hinreichend aufzuzählen würde wohl den Rahmen sprengen. Sicherlich gibt es eine Menge gute Musik, die ihre Spuren hinterlassen hat. Aber das meiste davon passiert meiner Ansicht nach eher sehr unterschwellig. Da macht Namedropping eigentlich keinen Sinn. Das reicht irgendwie von der Musik, mit der man sich als Teenager rumgeplagt hat, bis zu Sachen, die man aktuell toll findet. Und das ist bei fünf verschiedenen Menschen auch sehr unterschiedlich. Somit ist die Musik die wir machen natürlich auch immer eine Momentaufnahme dessen, was den einzelnen gerade im Kopf rumschwirrt und was davon aus den Fingern rauskommen kann. Es steckt kein großer Plan dahinter.

Veröffentlicht wurde „The Golden City“ über das feine kleine Label Golden Antenna. Wie kam es zur Kooperation?

Oliver: Das Album ist ein Split-Release zwischen EarthWaterSky Connection und Golden Antenna Records. Oliver von EarthWaterSky kennen wir schon länger und er hat auch unsere erste 7“ – „Stockholm“ – veröffentlicht. Für das Album waren wir eine Weile auf der Suche nach einem oder zwei passenden Labels. Und da kamen wir eben auch mit Timo von Golden Antenna ins Gespräch. Die Sachen, die Timo auf Golden Antenna veröffentlicht, fanden wir gut und irgendwie ist es uns gelungen beide Labels davon zu überzeugen, zusammen unser Album zu veröffentlichen. Womit wir sehr zufrieden sind. Beide sind sehr, sehr nette Menschen und irgendwie gefällt ihnen auch noch unsere Musik.

Wen konntet ihr für die Konzeption des schmucken Artwork gewinnen?

Oliver: Das Artwork ist von Sebastian Feld. Flo hat ihn letztes Jahr in Hamburg kennengelernt und uns ein paar seiner Sachen gezeigt. Hat uns gefallen und irgendwann haben wir uns dann mit ihm getroffen und über Ideen für unser Cover gesprochen. Er hatte Lust das zu machen und wir ließen ihm – mehr oder weniger – freie Hand. Was dann dabei rausgekommen ist kann sich doch sehen lassen, oder?

Wie waren die bisherigen Resonanzen auf „The Golden City“ – und was bedeutet für dir derartige Kritik?

Oliver: Unterschiedlich. Wie das bei Platten eben so ist. Generell überwiegen allerdings positive Meinungen. Meine Tochter findet die Platte gut und tanzt auch gerne mal dazu. Eine richtig negative Resonanz hab ich noch keine zu hören oder lesen bekommen. Aber ich hab die Platte auch noch nicht meiner Mutter vorgespielt. Naja, sicher könnte ich jetzt sagen, dass mich negative Äußerungen in keinster Weise berühren. Positive Haltungen unserer Musik gegenüber auch nicht. Aber das wäre dann wohl gelogen. Gute Kritiken sind ohne Frage aufbauender. Am Ende stellt man sich ja nicht auf eine Bühne, damit alle Zuhörer das scheiße finden und sich gerne woanders hin wünschen. Allerdings beeinflusst das auch nicht das Schreiben neuer Songs. Wir machen ja letztendlich doch nur das, was uns gefällt und was eben im Moment auftaucht. Ich glaube kaum, dass wir das anders handhaben könnten.

 Im Oktober habt ihr zwei Wochen die Republik bereist. Welche Erfahrungen konntet ihr durch die Tour sammeln – und wie waren die Reaktionen des Publikums?

Oliver: Man kann auch ohne TÜV-Plakette sicher reisen. Ausreichend Platz im Bus kann man mit allerhand Müll entgegenwirken. Hebt aber auch das allgemeine Wohlbefinden. Der Platz, nicht der Müll. In Frankreich kann man sehr schnell mal in der wahren Hölle landen. Früh morgens aber auch wieder entkommen. Das Publikum war zumeist sehr freundlich und aufmerksam. Etwas still und unbeweglich hin und wieder, aber das kann man ja auch als staunendes Interesse auslegen. Jedenfalls hat uns die Tour Spaß gemacht.

Wer mit euch in Kontakt treten will, der wende sich vertrauensvoll an…

Oliver: David und Florian unter Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst

Was wird euch der Rest des angebrochenen Jahres in weiser Voraussicht/vorsichtiger Hoffnung noch bringen – und wie sehen eure Pläne für das nächste aus?

Oliver: Am 21. November spielen wir noch ein Konzert im Sport & Olympia Museum in Köln. Ende Dezember treffen wir uns dann nochmal für ein paar Tage und arbeiten an neuen Stücken. In Planung bis jetzt ist für April nächsten Jahres eine kleine Tour und dann… mal sehen. Wenn wir genug neue Stücke zusammen haben, geht’s sicher wieder ins Studio. Aber da treffe ich mal keine verbindlichen Aussagen. Man weiß ja nie.

Wie bewertest du den Ausgang der jüngsten Bundestagswahl?

Oliver: Ist nicht meine erste Wahl gewesen. Aber das momentane Kabinett ist schon ein außerordentlich skurriles geworden. Macht für mich so den Eindruck, als darf jetzt jeder mal was machen, wovon er oder sie überhaupt keine Ahnung hat. Großartige Veränderungen erwarte ich nicht. Aber zumindest darf man hier wählen und vielleicht machen das beim nächsten Mal ja auch ein paar mehr Leute, wenn ihnen das alles zu sehr gegen den Strich geht. Aber vielleicht geht es den Leuten hier dafür einfach zu gut, als dass das ins Bewusstsein rücken könnte.

Und auch die letzten Worte gebühren dir:

Oliver: Erst mal: vielen Dank an euch für euer Interesse! Und wenn ich schon darf, dann bedanke ich mich auch gerne noch bei den Menschen, die Konzerte für uns veranstaltet und denjenigen, die das Angebot wahrgenommen haben!

Danke für die Mühe und Grüße aus Hamburg

Photos by Matthias Steffen - www.matthiassteffen.com


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