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Ringo kommt zurück (I/E - 1965)

Review von Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst , 14.05.09


Cover Ringo ist zurück. Auf der Mattscheibe (früher der Kinoleinwand) und aus dem amerikanischen Bürgerkrieg. Geblieben ist ihm (vorerst) das blonde Haar, verflogen hingegen die gute Laune. Giuliano Gemma („Der Tod ritt dienstags“), der seine Filmkarriere als Stuntman begann, feierte mit „Eine Pistole für Ringo“ (1965) seinen Einstand im Italo-Western. Noch im selben Jahr folgte die Fortsetzung, bei der abermals Duccio Tessari („Zorro“) Regie führte. Im zweiten Anlauf nimmt er dem Stoff die unterschwellige Ironie – und stempelt die Titelfigur endgültig zum Anti-Helden.

Noch in Uniform erfährt Ringo, der eigentlich auf den Namen Montgomery Brown hört, dass eine üble Mexikaner-Bande unter Führung der kaltblütigen Gebrüder Fuentes seine Heimatstadt unterworfen hat. Und weil die Schurken von Fernando Sancho („Zwei Halleluja für den Teufel“) und George Martin („Ein Einsamer kehrt zurück“) gespielt werden, ist es neben akuter Gewaltbereitschaft auch um das nötige Charisma gut bestellt. Mit gefärbtem Haar und dem Aufzug eines mexikanischen Wanderarbeiters begibt sich der verdiente Veteran nach Hause, um seine Familie aus den Klauen der Banditen zu befreien.

Ein aufrechter Recke gegen eine feindliche Übermacht, das erinnert doch stark an die Vorgaben des US-Westerns. Doch Ringo hadert. Anstatt die Fuentes zu untergraben und ihre Männer gleich reihenweise umzunieten, sondiert er die Lage, sucht verbündete und fasst eingangs den Plan, die Stadt nach geglückter Rettung von Frau (Lorella de Luca, „Blutspur im Park“) und Kind ihrem Schicksal zu überlassen. Aus diesem Gewissenskonflikt resultiert eine Zurückhaltung beim Schusswaffengebrauch, während der Tessari ohne Hast die Stimmung anheizt.

Der Vorlauf von „Ringo kommt zurück“ bleibt nicht frei von Längen, hält das Interesse durch die wiederum starke Kameraarbeit und gelungene Ideen – beispielsweise das geschäftliche Umfeld des verschrobenen Floristen Myosotis (Manuel Muñiz, „Der lange Tag der Rache“) – aber konstant aufrecht. Weniger überzeugen kann hingegen der Showdown, der die Fronten schlussendlich doch etwas übereilt klärt. Mit der weitgehend identischen Besetzung wie beim Erstling und seiner gewohnt überzeugenden Direktion schuf Tessari einen sehenswerten, wiederum von Ennio Morricone („Für eine Handvoll Dollar“) musikalisch untermalten Euro-Western. Sicher kein Klassiker, aber auch längst keine Dutzendware.


Autorwertung: 6.0 von 10 Punkten

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