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Full Contact (HK - 1992)

Review von Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst , 10.11.08


Cover Ringo Lam ist bekannt für bodenständiges, um Authentizität bestrebtes Action-Kino. In Filmen wie „City on Fire“ und „School on Fire“ verflocht er bekannte Thriller-Elemente mit gesellschaftskritischen Seitenhieben. Diese nüchterne, in Ansätzen gar dokumentarische Narrative wurde zu seinem Markenzeichen. Dann kam „Full Contact“. Wenn sich Lam in den achtziger Jahren durch inszenatorische Zurückhaltung und schmerzliche Offenheit hervortat, so ist dies 1992 produzierte Action-Kintopp das genaue Gegenteil.

Das Publikum war auf diesen grellen Bildersturm mit seinen übersteigerten Figuren und grotesken Blutbädern nicht vorbereitet. „Cover Hard“, wie der Streifen hierzulande heißt, floppte, genießt heute ob seiner visionären Abkehr von den Standarten des Actionfilms jedoch Kultstatus. Chow Yun-Fat, mit dem Lam unter anderem auch bei „Prison on Fire“ zusammen arbeitete, spielt Rausschmeißer Jeff, eine Butterfly schwingende Rampensau nebst Bürstenhaarschnitt und mit der Muttermilch aufgesogener Coolness.

In Schwierigkeiten gebracht wird er durch Vetter Sam (Anthony Wong, „Hard Boiled“), den Schulden zu drastischen Maßnahmen zwingen. Zusammen mit der Bande des bisexuellen Judge (grell: Simon Yam, „Bullet in the Head“) sollen sie einen Überfall begehen. Doch die Aktion endet in einem Blutbad. Denn Sams Gläubiger will Jeff erledigt sehen, was den Cousin gar zum Verräter macht. Zweier Finger beraubt und vermeintlich tot zurückgelassen, erholt dieser sich in einem thailändischen Kloster und bereitet einen grausamen Rachefeldzug vor.

Den Weg des exploitativen Ballerspektakels ebnet bereits der Auftakt, bei dem Judge und seine Spießgesellen, ein tumber Hüne und eine nymphomane Schlampe, mit brutaler Gewalt ein Juweliergeschäft ausrauben. Von dort an geht es Schlag auf Schlag, bis Lam mit Jeffs Genesung einen Gang zurückschaltet. Wenn er Jahre später auf blutige Rache sinnt, Sam als intriganten Helfer für seine Zwecke einspannt und seine Peiniger mit brutaler Waffengewalt ausmerzt, erklimmt Hongkongs Actionkino einen entfesselten Höhepunkt.

Bestechend ist allen voran die Choreographie der Schusswechsel, bei denen Lam lange vor „Matrix“ die sogenannten Bullet Time-Einstellungen vorwegnimmt, bei der die Kamera der Flugbahn des Projektils folgt. Wenn es sein muss auch in des Gegners Schädel. Schauspielerisch ragen die Kontrahenten Chow Yun-Fat und Simon Yam heraus, die sich in einem klasse Finale bei strömendem Regen duellieren dürfen. Bunt, extravagant und höllisch brutal – für Actionfans ist „Full Contact“ Pfluchtprogramm!


Autorwertung: 8.0 von 10 Punkten
Leserwertung: N/A von 10 Punkten

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