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Der Sternwanderer

Review von Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst , 19.07.08


Cover Wider dem Jugendwahn: In „Der Sternwanderer“ macht Michelle Pfeiffer trotz hängender Brüste und lückenhaftem Haar eine perfekte Figur. Als durchtriebene Hexe zeigt sie Mut zur Hässlichkeit und stellt für die ersehnte Verjüngung einem auf die Erde gefallenen Stern in Erscheinung der bezaubernden Claire Danes („Shopgirl“) nach. Auf den Himmelskörper mit Namen Yvaine haben es jedoch auch andere abgesehen. Die verbliebenen beiden Königssöhne, deren fünf Brüder bereits machtsichernden Attentaten zum Opfer fielen, wollen über sie die Frage der offenen Regentschaft klären. Oder der junge Tristan (Charlie Cox, „Casanova“), der das Herz seiner oberflächlichen Angebeteten mit dem Fund erobern will.

Das zauberhafte und an ein idyllisches englisches Dorf grenzende Königreich Stormhold, in dem sich die Sternsuche abspielt, geht auf den englischen Autor Neil Gaiman zurück. Um der Verfilmung seines Romans größtmögliche Originaltreue zu garantieren, behielt er sich vor den Regisseur selbst zu berufen. Seine Wahl fiel auf Matthew Vaughn („Layer Cake“), der in Zusammenarbeit mit der TV-Schreiberin Jane Goldman auch das Skript erarbeitete. Gemeinsam erzählen sie eine wunderbare Geschichte über das Erwachsenwerden. Denn Tristan, der sich auf britischer Seite der Grenze als träumerischer Kleinarbeiter durchschlägt, kommt Yvaine während der gemeinsamen Odyssee näher.

Als romantische Abenteuerposse widerstrebt der Film dem Drang, die visuellen Möglichkeiten der Parallelwelt über die Figuren zu stellen. Der schöne Schein der Computerbilder ist lediglich die Bühne, auf der die hinreißenden Darsteller durch die verwinkelte Narration gleiten. Es braucht keine Schlacht bei Helms Klamm und auch keine zur Rettung des Märchenlandes mahnende kindliche Kaiserin. Makabre Würze und die sichere Bank eines bewusst absurden, dabei aber nie übertrieben auf die Situationskomik pochenden Humors adeln Vaughns Adaption zwischen all den filmisch gescheiterten „Eragons“ zum echten Glücksfall.

Der herrlich ungezwungene Mix aus Monty Python und Terry Pratchett funktioniert dank liebenswert traditionellen Märchenzügen und ausgewachsenem Hang zum britischen Humor prächtig. Davon angesprochen fühlen dürfen sich Kinder aller Altersklassen, wofür auch der herrlich aufspielende Robert De Niro („Reine Nervensache“) als Seeräuber des Himmels mit ausgemachtem Faible für Frauenkleider sorgt. Weitere Nebenrollen bekleiden Brit-Com-Kultstar Ricky Gervais („The Office“), Rupert Everett („Ernst sein ist alles“) und Alt-Star Peter O´Toole („Troja“). Fantasievoll, herzlich und urkomisch – ein zu Unrecht wenig beachtetes Filmerlebnis.


Autorwertung: 8.0 von 10 Punkten
Leserwertung: N/A von 10 Punkten

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